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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 33. Lichtenau
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Hasselbach

Weitere Informationen

Hasselbach

Stadtteil · 278 m über NN
Gemeinde Waldkappel, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

19,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen; 8,5 km südöstlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage südwestlich der Wehre. Kirche in zentraler Lage, auf der anderen Bachseite Gutskomplex. Nordöstlich verläuft seit Beginn der 1970er Jahr die B 7 bzw. seit 2024 die A 44.

Ersterwähnung:

1273

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Hasselbach.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1273)
  • Dorf (1363, 1454)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1688

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3558028, 5670640
UTM: 32 U 557931 5668811
WGS84: 51.167798° N, 9.828583° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636012070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 2 1/2 Huben
  • 1563: 42 Acker genannt
  • 1780: 1217 Acker
  • 1961 (Hektar): 460, davon 249 Wald (= 54.13 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 20 Hausgesesse
  • 1681: 22 Hausgesesse
  • 1747: 25 Mannschaften mit 25 Feuerstellen
  • 1780: 104 Einwohner
  • 1961: 261, davon 234 evangelisch (= 89.66 %), 24 katholisch (= 9.20 %)
  • 1970: 245 Einwohner

Diagramme:

Hasselbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1383/87: Amt Lichtenau
  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Lichtenau (zur Hälfte, die andere von Hundelshausen)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Adelsdorf (von Hundelshausen)
  • 1747: Amt Lichtenau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1273: Die Grafen von Bilstein schenken Gericht Hasselbach dem Deutscher Orden-Haus Reichenbach.
  • 1383 und 1687: Gericht Harmuthsachsen
  • 1454: Gericht zur Hälfte landgräflich, zur Hälfte von Hundelshausen
  • 1569: Gericht von Hundelshausen
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht von Hundelshausen
  • 1807: Friedensgericht Bischhausen
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsstätte mit alter Linde und Resten der rechteckigen Ummauerung

Herrschaft:

1273: Die Grafen von Bilstein schenken ihre Rechte unter anderem in Hasselbach, die zuvor an die von Kappel verlehnt waren, dem Deutschordenshaus Reichenbach

1363: 1/2 Dorf Hasselbach und Gericht durch die Gebrüder von Kappel an ihren Schwager Heinrich von Hundelshausen verkauft, landgräfliche Zustimmung dazu 1365

Vor 1383: Die von Kappel verkaufen 1/4 von Hasselbach an die von Schlutwinsdorf, die es 1383 dem Landgrafen weiterverkaufen.

1403: Lotze von Kappel versetzt seine Rechte zu Hasselbach an seine Oheime von Hundelshausen, 1413: Verkauf dieser Rechte an dieselben.

1454: Hessen besitzt die Hälfte, von Hundelshausen die andere Hälfte an Hasselbach als hessisches Lehen.

1538: Landgraf Philippvertauscht seine Hälfte an Hasselbach an die von Hundelshausen.

1553: Die von Hundelshausen haben das ganze Dorf Hasselbach als hessisches Lehen inne, folgend Belehnungen bis 1822.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil nach Waldkappel eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1288: Werner von Reichenbach schenkt Güter zu Hasselbach dem Kloster Germerode; weitere Schenkungen an das Kloster Germerode in Hasselbach 1352 durch Eckhard von Kappel und 1355 durch Heinrich Beyger, Burgmann zu Lichtenau.

Ortsadel:

1363

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche mit mittelalterlichem Kern 1797 errichtet, 1933 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

Die Kirche war schon um 1570, 1585, 1872 und 1994 Filial von Harmuthsachsen.

Patronat:

Landgraf (1780)

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Dorfmühle im Bereich des Gutsbezirks über ein oberschlächtiges Wasserrad mit dem Wasser der Wehre betrieben. 1960 keine Anlagen mehr vorhanden.

Nachweise

Quellen:

  • Hundelshauser Kopiar fol. 15, 16v, 19v, 70v, Landesbibliothek Kassel

Literatur:

Zitierweise
„Hasselbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5920> (Stand: 27.3.2026)