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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald

Weitere Informationen

Harnrode

Ortsteil · 228 m über NN
Gemeinde Philippsthal (Werra), Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18,5 km östlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und mit lockerer Gehöftanordnung in einer Werraschleife. Durch den Ort ohne Mittelpunkt führt als Hauptachse im Zuge einer alten Land- und Handelsstraße die L 3172 (Werrastraße), von der in jüngerer Zeit einige Seitenstraßen abführen.

Ersterwähnung:

1432

Siedlungsentwicklung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Siedlung Harnrode am Rain am Westufer der Werraschleife.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Hof (1553, 1768)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1886-1888

Älteste Gemarkungskarte:

1704

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3568494, 5636493
UTM: 32 U 568393 5634678
WGS84: 50.859743° N, 9.971757° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632016020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 248, davon 137 Acker (= 55.24 %), 72 Wiesen (= 29.03 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 249, davon 14 Wald (= 5.62 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: (4) Hausgesesse
  • um 1610: 2 Hausgesesse
  • 1628: 2 Hausgesesse
  • 1673: 6 Hausgesesse
  • 1747: 12 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1768: 14 steuerpflichtige Häuser mit 84 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Schneider, 1 Leinweber, 2 Tagelöhnerinnen, dei übrigen betreiben Ackerbau
  • 1885: 93, davon 93 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 258, davon 208 evangelisch (= 80.62 %), 47 katholisch (= 18.22 %)
  • 1970: 294

Diagramme:

Harnrode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1432: Landgrafschaft Hessen, Gericht Heringen
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald (Adelsdorf)
  • 1610: Fürstentum Hersfeld/Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederfürstentum, Amt Friedewald
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Heringen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1867: Amtsgericht Friedewald
  • 1879: Amtsgericht Friedewald
  • vor 1945: Amtsgericht Friedewald
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

1432 erwirbt Landgraf Ludwig I. von Hessen von Grete, der Witwe Kurts von Heringen und deren Sohn Heinrich das Gericht Heringen u.a. mit dem Hof Harnrode. 1553 ist der Hof mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verpott, auch der Schaafdrifft dem Landgrafen. Die Bewohner müssen ans Gericht zu Heringen gehen. 1768 gehört der Hof mit aller Gerichtsbarkeit zur Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil der Gemeinde Philippsthal (Werra) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1432 kam Harnrode beim Kauf des Gerichts Heringen an Hessen.
  • 1610: Der Hof gehörte Kloster Kreuzberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld, die Obrigkeit aber gehörte zum Amt Friedewald.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1747, 1768 und 1872 nach Lengers eingepfarrt, 1958 zum Kirchspiel Heimboldshausen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1768 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder werden von Lengers aus versorgt

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Harnrode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3100> (Stand: 10.6.2026)