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Historisches Ortslexikon

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5023 Ludwigseck
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 54. Ludwigseck

Weitere Informationen

Hainrode

Ortsteil · 410 m über NN
Gemeinde Ludwigsau, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km südwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im waldreichen Gebiet am Nordostrand des Knüllgebirges unterhalb der Quelle des Fuldazuflusses Beise. Nordöstlich verläuft die L 3253

Ersterwähnung:

1197

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • locus (1197)
  • villa (zwischen 1343 und 1364)
  • Dorf (1432)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1913

Älteste Gemarkungskarte:

1873

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3540607, 5647990
UTM: 32 U 540517 5646170
WGS84: 50.965712° N, 9.576988° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632012060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 106, davon 65 Acker (= 61.32 %), 28 Wiesen (= 26.42 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 515, davon 379 Wald (= 73.59 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 15 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 15 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1781: 17 steuerpflichtige Häuser mit 90 Menschen; Gewerbetreibende: 11 Ackerleute, so zugleich Leinenweber, 1 Hufschmied, 1 Schneider, 2 Tagelöhner, 1 einzelne Weibsperson, so Tagelöhnerin
  • 1885: 101, davon 101 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 78, davon 77 evangelisch (= 98.72 %), 1 katholisch (= 1.28 %)
  • 1970: 70

Diagramme:

Hainrode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Adelsdorf im Gericht Ludwigseck (von Riedesel)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Ober-Geis
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Neuenstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • Riedelsches Gericht Ersrode
  • 1821: Justizamt Rotenburg
  • 1836: Justizamt Rotenburg II
  • 1822: Assistenzamt Neuenstein
  • 1824: Justizamt Rotenburg
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

1197: Kloster Aua kauft von Graf Volkwin von Naumburg unter anderem Güter zu Hainrode.

Seit dem 14. Jahrhundert kommt es zur konkurrierenden Lehnsvergabungen durch die Reichsabtei Hersfeld und die Landgrafen von Hessen.

Mitte des 14. Jahrhundert hat die Reichsabtei Hersfeld Einkünfte aus Hainrode. Der Ort ist im 14. Jahrhundert zunächst hersfeldisches Lehen der von Leimbach und geht 1414 an die von Röhrenfurt über. 1432 werden die von Riedesel u.a. mit dem Dorf Haynrode Gericht und Recht, mit allen Zugehörungen belehnt. Parallel treten aber auch die Landgrafen als Lehnsherren auf und geben bereits 1415 das Dorf Hainrode an die Röhrenfurth und dann an die von Riedesel aus (1432-1822). Die Landgrafen verfügen seit dem 16. Jahrhundert über die Hoch-, die von Riedesel über die Niedergerichtsbarkeit und damit faktisch über die Ortsherrschaft. Hainerod gehört bis zum Ende des alten Reiches zur Gerichtsherrschaft Ludwisgseck.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Zusammenschluss der Gemeinden Beenhausen, Ersrode, Hainrode und Oberthalhausen zur zwischenzeitlich gebildeten Gemeinde Ludwigseck. Nach deren Auflösung (31.7.1972) wurden die einzelnen Ortsteile am 1.8.1972 in der Gemeinde Ludwigsau eingegliedert.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1585 und 1747 Filial von Beenhausen, 1781 bei Ersrode

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1781 ist keine Schule vorhanden

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hainrode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3092> (Stand: 22.9.2025)