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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 11. Giessen
Gerichtsstätten
Gambach, Linde

Weitere Informationen

Gambach

Stadtteil · 164 m über NN
Gemeinde Münzenberg, Wetteraukreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km nördlich von Friedberg

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Butzbach/West – Grünberg ("Wettertalbahn I") (Inbetriebnahme der Strecke 28.3.1904) bis Stilllegung der Strecke am 27.5.1961.

Ersterwähnung:

798

Siedlungsentwicklung:

1950 wurde ein römischer Gutshof ca. 650 m südsüdwestlich der Gambacher Kirche gefunden.

Historische Namensformen:

Ortsteile:

  • Münzenberg, Gambach (seit 1.10.1971; gleichzeitig Umbenennung in 'Münzenberg').

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3480752, 5591730
UTM: 32 U 480685 5589933
WGS84: 50.461081° N, 8.72788° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

440015010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 5423, davon 3741 Acker, 378 Wiesen, 1304 Wald
  • 1961 (Hektar): 1415, davon 304 Wald (= 21.48 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 2186, davon 1760 evangelisch (= 80.51 %), 415 katholisch (= 18.98 %)
  • 1970: 2396 Einwohner

Diagramme:

Gambach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 798: Wettereiba (in pago Wettereiba)
  • 1787: Fürstentum Solms-Braunfels (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Gambach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Gambach (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Wölfersheim (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1841: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis

Altkreis:

Friedberg

Gericht:

  • 1820: standesherrliches Amt Wölfersheim
  • 1822: Landgericht Hungen
  • 1848: Landgericht Butzbach
  • 1879: Amtsgericht Butzbach

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 zur Stadt Münzenberg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 798 erhält das Kloster Lorsch eine umfangreiche Privatschenkung von Gütern in Gambach.
  • 1300 tauschen die von Falkenstein mit Kloster Arnsburg einen Mansus zu Gambach gegen einen solchen zu Bellersheim (Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3 Nr. 286).
  • 1266 übergibt G. v. Limburg den Johannitern zu Nieder-Weisel Güter zu Gambach und Bockenheim (HStAD Best. A 3 Nr. 114/1)
  • 1306 hat der Deutsche Orden in Marburg Besitz in Gambach.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1289: Kirche
  • 1291: Vizepleban
  • 1364: Pfarrei

Patronat:

1289-1304: Herren von Limburg

1311: Herren von Limburg

1469: Grafen von Solms-Braunfels

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Peter Ratz 1540er Jahre bis vor 1571, zunächst katholischer Priester, unbekannt, seit wann evangelisch.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1580er Jahre, 1624 lutherisch, nach 1648 wieder reformiert

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Mariengreden, Dekanat Friedberg, Sendbezirk Gambach

Juden:

1830: 45, 1905: 78 Juden

1843 Synagogenbau

Kultur

Schulen:

um 1575 Errichtung einer Schule; Schulmeister: Hermann Reismann 1624-1628; 1910 Volksschule mit vier Klassen, zwei Schulsäle von 1882 und 1832

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gambach, Wetteraukreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12080> (Stand: 29.4.2024)