Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5522 Freiensteinau
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 13. Herbstein
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Freiensteinau

Freiensteinau

Ortsteil · 447 m über NN
Gemeinde Freiensteinau, Vogelsbergkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

24 km südlich von Lauterbach

Lage und Verkehrslage:

an der westlichen Quelle des Steinaubaches

Ersterwähnung:

1059

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3528726, 5587870
UTM: 32 U 528640 5586074
WGS84: 50.425997° N, 9.4032° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

535004020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 5345, davon 2421 Acker, 2193 Wiesen, 731 Wald
  • 1961 (Hektar): 1433, davon 341 Wald (= 23.80 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 862, davon 757 evangelisch (= 87.82 %), 93 katholisch (= 10.79 %)
  • 1970: 938

Diagramme:

Freiensteinau: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Freiherren von Riedesel zu Eisenbach, Gericht Freien-Steinau (Mannlehen von Kurpfalz)
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Gericht Freien-Steinau (zur Herrschaft Riedesel gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Freiensteinau (zur Standesherrschaft Riedesel gehörig)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Herbstein
  • 1825: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Lauterbach (verlegt aus Herbstein)
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Lauterbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Lauterbach
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis

Altkreis:

Lauterbach

Gericht:

  • bis 1821: Patrimonialgericht Freiensteinau
  • 1821: Landgericht Altenschlirf
  • 1853: Landgericht Herbstein
  • 1879: Amtsgericht Herbstein
  • 1968: Amtsgericht Lauterbach

Herrschaft:

Seit dem 15. Jahrhundert war das Gericht Freiensteinau als Kondominat des Abtes von Fulda und der Riedesel zu Eisenach eingerichtet, die beide Gerichtsherren waren.

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Gemeinde s. Freiensteinau, Gemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Freiensteinau.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1267: Albertus plebanus in Vrigensteyna (Staatsarchiv Marburg Kopiar 421, fol. 21r).

Patrozinien:

  • Laurentius (1517)

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich zur Pfarrei Unterreichenbach gehörig.

Filialkirche ist 1488 und 1537 Hauswurz, 1533 ist Weidenau belegt. Neustall und Freiensteinau

Patronat:

1468: Kloster Fulda

1488: beanspruchte auch der Pfarrer von Unterreichenbach das Kollationsrecht.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Philipp Artzt um 1545

Wiederholter Bekenntniswechsel: 1604 katholisch, 1605 lutherisch, 1627 katholisch, 1632 wieder evangelisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Johann, Sendbezirk Freiensteinau

Kultur

Schulen:

um 1600 besteht eine Schule; Schulmeister: Johannes Köhler bis 1614; 1910 Volksschule mit drei Klassen, Schulhaus von 1883

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Freiensteinau, Vogelsbergkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9821> (Stand: 20.8.2023)