Historisches Ortslexikon
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Fischbach
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Ortsteil · 270 m über NN
Gemeinde Hauneck, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
7,5 km südöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Kleines Dorf mit lockerer Gehöftanordnung und einfacher Struktur an gleichnamigem, den Ort in zwei Hälften teilenden Bach, der über die Eitra in die Haune mündet. Anbindung über die von Osten heranführende und südlich des Ortes parallel zum Fischbach verlaufende L 3341 zum Haunetal.
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Ersterwähnung:
1312
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Historische Namensformen:
- Vischpach, in (1312) [Kop. HStAM Best. K Nr. 260; Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 58, 121; Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 139]
- Fischbach (1385) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 194]
- Fischbach (1585) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1664]
- Eiter Fißbach (1591) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1910]
- Fischbach (1673) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 280-281, Nr. 41]
- Fischbach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Dorff (1673)
- Dorfschaft (1770)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3553914, 5631108
UTM: 32 U 553818 5629295
WGS84: 50.812882° N, 9.76391° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632007030
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 104, davon 76 Acker (= 73.08 %), 14 Wiesen (= 13.46 %), 6 Holzungen (= 5.77 %)
- 1961 (Hektar): 96, davon 3 Wald (= 3.12 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1631: 4 Einwohner (fuldischer Teil)
- 1680: 2 (fuldischer Teil)
- 1673: 6 (hessischer Teil)
- 1747: 7 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1770: 7 steuerpflichtige Häuser und 2 Mühlen mit 47 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Leinweber, 2 Müller, 1 Schlosser, 3 Tagelöhner und 4 so bloß Ackerbau treiben (diese Angaben beziehen sich nur auf die landgräflichen Untertanen HStAM Best. 49 d, Hünfeld Nr. 90)
- 1885: 111, davon 110 evangelisch (= 99.10 %), 1 katholisch (= 0.90 %)
- 1961: 102, davon 99 evangelisch (= 97.06 %), 3 katholisch (= 2.94 %)
- 1970: 97
- 2001: 86
- 2006: 78
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1567: Fürstabtei Hersfeld, buchenauisches Gericht Schildschlag
- 1585: Ritterschaftliches Patrimonialgericht der von Buchenau als fuldisches Lehen
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1789: Herrschaft der fränkischen Ritterschaft von Buchenau
- 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Eiterfeld
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Petersberg
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hünfeld
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Gericht:
- 1822: Justizamt Eiterfeld
- 1867: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
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Herrschaft:
Fischbach war durch den gleichnamigen Bach geteilt: Der Teil rechts war hersfeldisch, dann hessisch; der linke Teil jedoch fuldisch.
1312 erhielt Friedrich von Romrod Güter zu Vischpach (früher die Burggrafen von Hersfeld) zu hersfeldischem Lehen.
1385 werden in einem Vermächtnis Wetzels von Buchenau Einkünfte aus verschiedenen Dörfern, darunter Fischbach, genannt, die er der Marienkirche auf dem Petersberg überträgt.
1401 hatten die von Buchenau auch von Fulda eine Mühle zu Lehen (Fuldaer Adelsarchive). Bis zum endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Fischbach als Hersfelder Lehen ein Dorf des buchenauischen Gerichts Schildschlag der von Buchenau. Auch die peinliche Gerichtsbarkeit besaßen die von Buchenau als hersfeldisches Lehen (Rev. seit 1559). Nach dem Übergang an die Landgrafen kommt es zu langwierigen Prozessen um die Medietät oder Immedietät des Schildschlags, die erst in einem Vergleich im Jahre 1670 beigelegt wurden. Die Rechte in Fischbach blieben jedoch grundsätzlich zwischen einem fuldischen und einem landgräflich-hessischen geteilt, wobei Erwerbungen, Veräußerungen und Streitigkeiten den Zustand noch komplizierter machten.
1770 ist Fischbach zu zwei Dritteln Besitz der Landgrafen, ein Dritteil gehört als fuldisches Lehen den Adligen von Buchenau, von Schencken und von Boyneburg. 1818-21 wird Fischbach nicht mehr unter dem Gericht Schildschlag geführt, gehörte also spätestens zu diesem Zeitpunkt ausschließlich zu Fulda.
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Hauneck eingegliedert.
- Kirche und Religion ↑
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Pfarrzugehörigkeit:
1770 sind die landgräflichen Untertanen nach Wippershain, die adligen nach Buchenau eingepfarrt. 1872 gehören die Häuser am rechten Ufer des Fischbachs zur Pfarrei Wippershain, die am linken Ufer zu Buchenau. 1994 ist der gesamte Ort nach Buchenau eingepfarrt.
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation durch die Herren von Buchenau um 1570.
- Kultur ↑
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mühlen:
1401 hatten die von Buchenau von Fulda eine Mühle zu Lehen (Fuldaer Adelsarchive).
1770 befinden zwei Mühlen im landgräflichen Teil von Fischbach, die beide mit dem Wasser des gleichnamigen Baches betrieben werden. Vgl. Bötzenmühle und Steinmühle
Die Fischerbachermühle befand sich im fuldischen Teil und wurde über zwei oberschlägige Wasserräder mit dem Wasser des Fischbaches bis 1958 betrieben. Dann erfolgte der Antrieb über Turbine.
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 81-82
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 516, 833
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 313 (Register)
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 182
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 139
- Gerbig, Hauneck Chronik
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 282
- Zitierweise ↑
- „Fischbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3324> (Stand: 12.3.2026)

