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Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
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5023 Ludwigseck
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KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 54. Ludwigseck
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Ersrode

Weitere Informationen

Ersrode

Ortsteil · 388 m über NN
Gemeinde Ludwigsau, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km südwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Nordostrand des Knüllgebirges an der oberen Beise, einem Zufluss der Fulda. Kirche mit Gerichtsplatz und Linde in zentraler, leicht erhöhter Lage. Im Ort treffen sich die von Süden kommende L 3253 (Pommerstraße) mit der aus Nordwesten heranführenden L 3254. Jüngere Siedlungsentwicklung an den Ortsausgängen.

Ersterwähnung:

1366/88

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1438)
  • Dorf und Gericht (1459)
  • Dorfschaft (1778)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1912

Älteste Gemarkungskarte:

1768

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3541246, 5649176
UTM: 32 U 541155 5647356
WGS84: 50.976327° N, 9.586218° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632012030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 251, davon 165 Acker (= 65.74 %), 55 Wiesen (= 21.91 %), 0,2 Holzungen (= 0.00 %)
  • 1961 (Hektar): 1616, davon 1206 Wald (= 74.63 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 20 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 35 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1780: 39 Häuser mit 261 Menschen; Gewerbetreibende: 20 Ackerleute so zugleich Leineweber, 2 Schmiede und Köhler, 1 Schreiner, 2 Müller, 1 Köhler, 1 Wagner, 2 Wirte, 4 Tagelöhner, 1 Ziegelbrenner, 3 einzelne Weibspersonen
  • 1885: 290, davon 288 evangelisch (= 99.31 %), 2 katholisch (= 0.69 %)
  • 1961: 437, davon 394 evangelisch (= 90.16 %), 31 katholisch (= 7.09 %)
  • 1970: 405

Diagramme:

Ersrode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Adelsdorf im Gericht Ludwigseck (von Riedesel)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Ober-Geis
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Neuenstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • Riedelsches Gericht Ersrode
  • 1821: Justizamt Rotenburg
  • 1836: Justizamt Rotenburg II
  • 1822: Assistenzamt Neuenstein
  • 1824: Justizamt Rotenburg
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

Ersrode ist bis zum Ende des 16. Jahrhunderts Gegenstand wechselhafter Besitz- und Lehnsverhältnisse.

1366-1388 war das Dorf zu 1/3 hersfeldisches Lehen Ottos von Rotenburg (Kopiar Abt Bertholds von Hersfeld). Das Dorf Ersrode ist 1411 ererbter ganerbschaftlicher Besitz der von Holzheim (früher von Reichenbach) und von Rodenberg (Depos. von Boyneburg). 1457-1522 ist es mit der Kirche zu 3/4 hessisches Lehen der von Holzheim. 1459 veräußern diese jedoch u.a. Dorf und Gerichte von Ersrode an die von Riedesel, 1527 an die von Trott. 1486-1606 kommt es zu einem Rechtsstreit zwischen Burkhard Hermann von Trott und den Freiherrn Riedesel vor dem hessischen Hofgericht zu Marburg um das Dorf Ersrode und die Wüstung Malkus. Außerdem werden die von Eschwege 1484 und 1561 mit Ersrode belehnt. Spätestens seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ist es faktisch hessisches Lehen der Riedesel und zählt zu deren Gericht Ludwigseck im Amt Rotenburg.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Zusammenschluss der Gemeinden Beenhausen, Ersrode, Hainrode und Oberthalhausen zur zwischenzeitlich gebildeten Gemeinde Ludwigseck. Nach deren Auflösung (31.7.1972) wurden die einzelnen Ortsteile am 1.8.1972 in der Gemeinde Ludwigsau eingegliedert.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche in klassizistischer Form 1840-43 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet, 1959, 1985-87 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1515-1521 eigenständige Pfarrei, 1569 zu Rengshausen, 1585, 1780, 1872 und 1994 Filialgemeinde von Beenhausen. Hainrode ist 1872 und 1994 nach Ersrode eingepfarrt.

Patronat:

1780 haben die Freiherren von Riedesel das Patronatsrecht inne

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Braach

Kultur

Schulen:

1780 ist ein Schulhaus vorhanden, das zu 6/11 von Ersrode und zu 5/11 von Hainrode unterhalten wird

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

s. Hausenmühle und Ippertsmühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ersrode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3053> (Stand: 24.9.2025)