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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Erdmannrode

Weitere Informationen

Erdmannrode

Ortsteil · 340 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit lockerer Gehöftanordnung an gleichnamigem Bachzulauf (Erdmannroder Wasser) zur Eitra. Nördlich der von Südwest nach Nordost verlaufenden Hauptachse (L 3341 = Ottegasse) mit Mauer umfriedete Kirche mit südwestlich davorliegendem, gleichfalls achteckig ummauertem Gerichtsplatz. Verbindungsstraßen nach Mengers und Landershausen.

Ersterwähnung:

1349

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Die Identität von Ertmoderode, de (1331) mit Erdmannrode ist nicht gesichert, die von Erkenbolderode (1347) mit Erdmannrode hingegen ist wahrscheinlich. Reimer (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 127) und Landau (Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 338) gehen von einer Wüstung Erkenbolderode aus, die aber dann in den Quellen keine weitere Erwähnung gefunden hätte.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1349)

Umlegung der Flur:

1912-1922

Älteste Gemarkungskarte:

1857

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3555550, 5630973
UTM: 32 U 555454 5629160
WGS84: 50.811514° N, 9.7871° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632019020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 375, davon 274 Acker (= 73.07 %), 44 Wiesen (= 11.73 %), 27 Holzungen (= 7.20 %)
  • 1961 (Hektar): 382, davon 17 Wald (= 4.45 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1631: 32 Einwohner
  • 1680: 12
  • 1885: 362, davon 261 evangelisch (= 72.10 %), 1 katholisch (= 0.28 %), 100 Juden (= 27.62 %)
  • 1961: 291, davon 260 evangelisch (= 89.35 %), 26 katholisch (= 8.93 %)
  • 1970: 290

Diagramme:

Erdmannrode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1349: Reichsabtei Hersfeld, Gericht Landeck
  • 1585: Ritterschaftliches Patrimonialgericht der von Buchenau als fuldisches Lehen
  • 1789: Herrschaft der fränkischen Ritterschaft von Buchenau
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Eiterfeld
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1349: Reichsabtei Hersfeld, Gericht Landeck
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hünfeld

Gericht:

  • 1822: Justizamt Eiterfeld
  • 1867: Amtsgericht Eiterfeld
  • 1945: Amtsgericht Hünfeld

Herrschaft:

Erdmannrode gehörte ursprünglich vermutlich zum hersfeldischen Gericht Landeck. 1349 überlässt das Stift Hersfeld denen von Völkershausen das Dorf Erkenbolderode ohne das Halsgericht. Im Gegenzug erhält das Stift die Vogtei über das Gericht zu Landeck, die die von Völkershausen von den Grafen von Ziegenhain als Lehen innehatten.

Im Weistum über die Landteilung zwischen Landeck und Buchenau 1478 wird Erdmannrode genannt. Zu diesem Zeitpunkt ist es ein Dorf der von Buchenau im zur Alten Burg Buchenau gehörenden Gericht Buchenau, das von Fulda zu Lehen ging. Die Herrschaft Buchenau erstreckte sich über Branders, Mengers, Buchenau, Eitra, Erdmannrode, Fischbach, Bodes und Körnbach. 1585 wurde das Verhältnis zum Stift Fulda grundlegend geregelt: Fulda erhielt die Zentgerichtsbarkeit, den Herren von Buchenau stand die unumschränkte Vogtei zu. Die Zenthuldigungen an Fulda wurden 1738 und 1763 verweigert, doch bestand Fulda auf seinen Anteil. 1815 starb das alte hessische Adelsgeschlecht in der männlichen Linie aus und der umfangreiche Besitz fiel an Kurhessen, nach dessen Niederlage 1866 an den preußischen Staat.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirchbau mit eingezogenen Rechteckchor 1573 unter Eberhard von Buchenau errichtet. Umbau 1717, 1794 in Fachwerk erhöht, 1958 nach Westen erweitert. 1926 und 1990 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

Vermutlich schon 1573 zu Buchenau gehörig, 1872 und 1994 eingepfarrt nach Buchenau

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation durch die Herren von Buchenau um 1570.

Juden:

Bis 1927 eigenständige Gemeinde

1835: 142; 1861: 129; 1905: 82 Juden, gehört ab 1927 zur Gemeinde Eiterfeld.

jüdische Elementarschule, vermutlich 2. Hälfte 19. Jh., 1902 wird sie aufgehoben, wie auch 1904 die Religionsschule

Synagogengebäude wird 1930 verkauft und abgerissen.

Friedhof: auch für Eiterfeld und Buchenau zuständig:im Besitz der Ortsgemeinde (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen:

1910: einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Erdmannrode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3346> (Stand: 20.4.2026)