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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 44. Seifertshausen
Gerichtsstätten
Linden in Dankerode

Weitere Informationen

Dankerode

Stadtteil · 325 m über NN
Gemeinde Rotenburg a. d. Fulda, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km nordöstlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Kurzes Straßendorf im Stölzinger Gebirge am Oberlauf des nördlichen Fulda-Zuflusses Haselbach entlang der Stölzinger Str. (L 3226). Kirche mit Lindenplatz in zentraler Lage.

Ersterwähnung:

1146

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-West und Guttels.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1146)

Umlegung der Flur:

1873

Älteste Gemarkungskarte:

1743

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3554625, 5659498
UTM: 32 U 554529 5657674
WGS84: 51.06799° N, 9.778249° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632018030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 439, davon 239 Acker (= 54.44 %), 31 Wiesen (= 7.06 %), 114 Holzungen (= 25.97 %)
  • 1961 (Hektar): 501, davon 213 Wald (= 42.51 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 22 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 33 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1783: 30 Häuser, 144 Menschen; Gewerbetreibende: 18 Ackerleute, so mehrentheils auch Leinweber, 1 Zimmermann, 1 Wagner, 1 Schmidt, 3 Schneider, 15 Leinweber, 5 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 1 Hirte, 3 Schäfer (HStAM Best. 49 d, Rotenburg Nr. 73)
  • 1885: 171, davon 171 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 167, davon 163 evangelisch (= 97.60 %), 3 katholisch (= 1.80 %)
  • 1970: 171
  • 2001: 119

Diagramme:

Dankerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1498: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Gerichtsstuhl Seifertshausen
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht Seifertshausen
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, anderer Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Bebra
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

1182 wird durch kaiserlichen Schiedsspruch zwischen Abt Siegfried von Hersfeld und dem Neffen des Kaiser, Landgraf Ludwig von Thüringen festgehalten, dass der Abt von Hersfeld über die Selbstverwaltung u.a. der Vogtei Dankerode verfügt. Dennoch versuchen die Landgrafen von Hessen als Nachfolger der Thüringer seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ihren Einfluss auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. 1538 verfügen die Landgrafen von Hessen in Dankerode über alle Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrift

1585 sind 20 Hausgesesse landgräflich, 2 den Trotten

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Rotenburg an der Fulda eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1146 übergibt Kloster Hersfeld den von der Königin Gertrud, der Gemahlin König Konrads III. an das Kloster Hersfeld vermachten Schmuck an den Grafen Poppo von Ziegenhain und erhält dafür das Dorf Dankerode auf Wiederkauf.
  • 1304 überlassen Landgraf Heinrich von Hessen und seine Frau Mechthild für ihr Seelgedenken dem Kloster Cornberg das Dorf Rautenhausen und zwei Hufen in Dankerode. Das Kloster bleibt bis zur Auflösung Grundherr in Dankerode.
  • Anfang des 15. Jahrhunderts lässt sich Besitz der von Trott nachweisen, die über ein Vorwerk in Dankerode verfügen, das sie 1490 von Landgraf Wilhelm von Hessen als freies Vorwerk zu Lehen erhalten.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche um 1520 errichtet.
  • Kleiner verputzter Saalbau mit schmalem, dreiseitig geschlossenem Chor, 1780 restauriert

Pfarrzugehörigkeit:

1556, 1585, 1783, und 1873 Filialgemeinde von Seifertshausen. 1975 wurde die dortige Pfarrstelle aufgehoben. Dankerode wurde 1976 mit Seifertshausen und Erkshausen mit der Pfarrei Schwarzenhausel verbunden.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Seifertshausen, Einführung der Reformation vermutlich um 1540.

Kultur

Schulen:

1783 ist kein Schulhaus, aber ein Schulmeister vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1783 ist keine Mühle vorhanden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Dankerode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3048> (Stand: 13.5.2025)