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Historisches Ortslexikon

Büdesheim

Ortsteil · 118 m über NN
Gemeinde Schöneck, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,1 km nordwestlich von Hanau

Lage und Verkehrslage:

An einer Schleife der Nidder gelegen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Vilbel/Nord – Nidderau/Heldenbergen-Windecken ("Niddertalbahn (II)") (Inbetriebnahme der Strecke 1.6.1907).

Ersterwähnung:

(802-817)

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Kleiner, zweistöckiger Schlossbau aus dem 16. Jahrhundert an der Stelle einer früheren Wasserburg und eines befestigten Hofes

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3488396, 5564503
UTM: 32 U 488326 5562717
WGS84: 50.216514° N, 8.83637° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

435026010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3084, davon 2431 Acker, 294 Wiesen, 359 Wald
  • 1961 (Hektar): 815, davon 84 Wald (= 10.31 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 2518, davon 1862 evangelisch (= 73.95 %), 590 katholisch (= 23.43 %)
  • 1970: 3052 Einwohner

Diagramme:

Büdesheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1017: in pago Wedereiba in comitatu Bruningi comitis Budenesheim (im Gau Wetterau in der Grafschaft des Grafen Bruning)
  • 1787: Reichsburg Friedberg, Grafschaft Kaichen, Amt Büdesheim
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Burggrafschaft Friedberg, Amt Büdesheim (Souveränität beim Großherzog, aber Eigentum des Burggrafen bis zu dessen Ableben)
  • 1817: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Büdesheim
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Büdesheim
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vilbel
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1970: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Hanau
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis

Altkreis:

Friedberg

Gericht:

  • 1466: Freigericht Kaichen
  • 1821: Landgericht Groß-Karben
  • 1853: Landgericht Vilbel
  • 1879: Amtsgericht Vilbel

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 zur Gemeinde Schöneck

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Zu Beginn des 9. Jahrhunderts schenkt Erhart seinen Grundbesitz in Büdesheim mit Gebäuden und Hörigen dem Kloster Fulda.
  • Um 1000 erscheint der Ort in einem Zinsverzeichnis des Klosters Seligenstadt. Die Identifizierung von Büdesheim ist jedoch umstritten.
  • Vermutlich 1015 schenkt Kaiser Heinrich II. dem St. Michaelskloser zu Bamberg zahlreiche königliche Höfe, u.a. einen Teil des Reichsgutes Büdesheim.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1248: Pastor

Patrozinien:

  • Andreas; Maria; Katharina [1401]

Patronat:

1401: Kloster Michelsberg bei Bamberg, der Patronat war mit dem Brüderhof verbunden.

1554: Hof und Patronat an den Friedberger Burggrafen Johann Brendel von Homburg verkauft

Diakonische Einrichtung:

1896 – 1959 Diakonissen des Elisabethenstifts Darmstadt in Gemeindepflege tätig (Angaben basieren auf Mitteilungen des Zentralarchivs der EKHNZA in Darmstadt vom 01.07.2021) ;

nach Röschen, Beschreibung der evangelischen Pfarreien des Großherzogtum Hessen um 1900 Schwester für Krankenpflege durch Gräfin von Oriola eingesetzt, 1928 existiert Schwesternstation; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1 Kraft;

Gemeindepflege und Kindergarten 1927 - 1955 in Erbes

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: "Herr" Hartmann um 1562

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Archidiakonat des Propstes von St. Mariengreden in Mainz, Dekanat Roßdorf

Büdesheim war Sendbezirk

Kultur

Schulen:

Schule vor dem Dreißigjährigen Krieg vorhanden; 1910 Volksschule mit drei Klassen, zwei Schulhäuser von 1840 und 1879

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Zum Amt Büdesheim gehörten 1787 Büdesheim, Kaichen und Rendel.

Mühlen:

Mühle Philippi (auch Vordermühle genannt) an einem von der Nidder abgeleiteten Mühlkanal am nordwestlichen Rand des Ortes.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Büdesheim, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12747> (Stand: 27.3.2026)