Historisches Ortslexikon
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Weitere Informationen
Malkomes
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Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
8 km südöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Kleines Dorf mit lockerer Gehöftanordnung westlich der (südlichen) Solz, einem rechten Nebenfluss der Fulda. Durch den Ort verläuft als Nord-Südachse die Brunnenstraße, auf die, parallel zum gleichnamigen von Südwesten kommenden Bach, die Dinkelroder Straße (K 20) stößt. In diesem kleinen Ortskern befindet sich auch die Dorfkirche. Im Osten verläuft, parallel zur Solz, als Ortsumgehung die L 3171.
Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld – Philippsthal/Heimboldshausen (Inbetriebnahme der Strecke 27.9.1912) bis zur Stilllegung der Strecke am 1.11.1969.
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Ersterwähnung:
1340
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Historische Namensformen:
- Malkandes (1340) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 163]
- Memiz (1368) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 624]
- Malckmus (1493) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 219]
- Malckemes (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Malckemus (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (1368)
- Dorf und Wüstung (1493)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
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Umlegung der Flur:
1906
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Älteste Gemarkungskarte:
1706
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3557740, 5635553
UTM: 32 U 557643 5633738
WGS84: 50.852466° N, 9.818889° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632019070
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 165, davon 106 Acker (= 64.24 %), 28 Wiesen (= 16.97 %), 7 Holzungen (= 4.24 %)
- 1961 (Hektar): 170, davon 7 Wald (= 4.12 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1571: 17 Hausgesesse
- 1585: 17 Hausgesesse
- um 1610: 17 Hausgesesse
- 1628: 17 Hausgesesse
- 1673: 10 Hausgesesse
- 1747: 15 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1826: 18 Häuser, 1 Hirtenhaus mit 105 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Schneider, 1 Wollspinner und 2 Tagelöhner
- 1885: 202, davon 202 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 260, davon 237 evangelisch (= 91.15 %), 16 katholisch (= 6.15 %)
- 1970: 258
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
1340 vererben das Kloster St. Petersberg vor Hersfeld sowie auch Friedrich und Tile von Wolfershausen ihr gemeinsames Gut in Malkomes gegen einen jährlichen Zins an Frucht und Geld sowie einen gewissen Dienst an Johann Winener. 1368 verpfänden Abt und Konvent zu Hersfeld dem Propst und dem Konvent in Kreuzberg ihr Schloss Landeck mit Gericht, Vogtei und allen Rechten sowie den ihnen erblich von Simon von Buchenau verschriebenen halben Teil an Malkomes, Schenksolz und Lampertsfeld mit allem Zubehör an Gericht, Dorf, Feld, Holz, Wasser und Weide für 2.000 Gulden.
1493 bekennen Ludwig von Hanstein und der Konvent des Klosters St. Petersberg bei Hersfeld, dass sie das Dorf und die Wüstung Malkomes mit allem Zubehör außer der Mühle und dem dazugehörigen Wiesenland für einen jährlichen Zins dem Einwohner Heinz Tolde daselbst und Konsorten erblich überlassen haben.
Verwaltungstechnisch gehört Malkomes zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Dorf des Klosters Petersberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- 1734 Kirche als kleiner zweigeschossiger Fachwerksbau errichtet
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Pfarrzugehörigkeit:
1585, 1747, 1826, 1872 und 1994 nach Schenklengsfeld eingepfarrt.
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
- Kultur ↑
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Schulen:
1826 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Schenklengsfeld zur Schule
1910 einklassige Volksschule
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mühlen:
1493 wird eine Mühle erwähnt
1826 befindet sich die mit dem Wasser der Solz über 2 oberschlächtigen Wasserrädern angetriebene Mahl- und Schlagmühle in der Mühlgasse am Ortsausgang. 1941 wird das Wasserrad gegen eine Turbine ausgetauscht, die später nur noch Strom erzeugt.
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Malkomes, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3083> (Stand: 11.5.2026)

