Historisches Ortslexikon
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Weitere Informationen
Bosserode
-
Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Wildeck, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
-
Lagebezug:
14 km südöstlich von Rotenburg an der Fulda
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Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss unmittelbar an der südlich verlaufenden heutigen Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. Kern des Ortes mit Kirche auf einer Anhöhe und altem Lindenplatz. Östlich hiervon führt als Hauptachse nach Norden die K 58 (Dankmarshäuser Straße) durch den Ort. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Osten (Rasdorfer Straße), im Westen sowie entlang der Mittelstraße und Neuen Straße.
Haltepunkt der südlich vorbeiführenden Eisenbahnlinie Bebra – Gerstungen (Inbetriebnahme der Strecke 25.9.1849). Im Norden verläuft die A 4 Richtung Erfurt im Süden die Eisenacher Str. (L 3251).
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Ersterwähnung:
1396
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Siedlungsentwicklung:
Die Lage von Bosserode ist über Jahrhunderte durch ihre Grenzlage zwischen Hessen und Thüringen gekennzeichnet. Mit der innerdeutschen Teilung nach 1945 verschärft sich die Randlagenfunktion, durch die Bosserode von traditionellen Verbindungsstrecken abgeschnitten wird.
1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Libenz.
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Historische Namensformen:
- Busenrode (1396) [Kopiar HStAM Best. K Nr. 433, Nr. 134]
- Bossolderade, zcu (1410) (HStAM Best. Urk. 56 Nr. 749]
- Businrode (1433) [HStAM Best. Urk. 76 Nr. 256]
- Pusseroda (1700) [Gerstunger Amts Beschreibung 1700]
- Passeroda (18. Jahrhundert)
- Bozzerode (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 14]
- Bussenrode (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Busserode (1803)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Umlegung der Flur:
1868/69
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Älteste Gemarkungskarte:
1846
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3569879, 5646569
UTM: 32 U 569777 5644750
WGS84: 50.950138° N, 9.993352° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632020010
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 392, davon 253 Acker (= 64.54 %), 25 Wiesen (= 6.38 %), 53 Holzungen (= 13.52 %)
- 1961 (Hektar): 470, davon 59 Wald (= 12.55 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1747: 45 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1885: 489, davon 489 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 1108, davon 1024 evangelisch (= 92.42 %), 81 katholisch (= 7.31 %)
- 1970: 1128
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1480-1733: Herzogtum Sachsen-Eisenach, Amt Gerstungen
- 1733: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen und Rotenburg, Gerichtsstuhl Obersuhl
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Nentershausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Rotenburg
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Gericht:
- 1822: Assistenzamt Nentershausen
- vor 1827: Assistenzamt Nenntershausen des kurhessischen Justizamts (Reservaten-Amts) Rotenburg
- 1827: Justizamt Nentershausen
- 1836: Justizamt Rotenburg
- 1867: Amtsgericht Nentershausen
- 1879: Amtsgericht Nentershausen
- 1932: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
- 1933: Amtsgericht Rotenburg
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Herrschaft:
Die Herrschaft über Bosserode im hessisch-thüringischen Grenzraum war lange Zeit strittig. Das Dorf war 1396 wie 1433 fuldisches zur Hälfte Lehen der von Boyneburg. Im 15. Jahrhundert kommt es wiederholt zu Verpfändungen des fuldischen Amtes Gerstungen, zu dem Bosserode gerechnet wurde, an die Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen. Vom 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert gibt es dann Streitigkeiten zwischen Hessen und Sachsen, die erst 1733 in einem Abkommen zwischen den Regierungen in Kassel und Weimar zugunsten von Hessen beigelegt werden.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil der Gemeinde Wildeck eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- 1410 verpfändet Johann von Bosserode einen halben Teich in Bosserode an die Brüder Wecker, Dietmar und Heinemann von Landeck
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Kirche als Saalbau mit dreiseitigem Schluss und achseitigem Chorturm 1699 errichtet
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Pfarrzugehörigkeit:
1556 im Austausch gegen Widdershausen zu Obersuhl. 1872 Filial von Dankmarshausen, 1980 wird eine neue Pfarrstelle Bosserode mit Kirchspiel errichtet, zu dem Hönebach und Raßdorf gehören.
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Bekenntniswechsel:
Erster evangelischer Pfarrer: Johann Steinheim ca. 1530
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Kirchliche Mittelbehörden:
Großherzoglich-sächsisch-Eisenachische Diöcese und Amt Gerstungn
- Kultur ↑
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Schulen:
1910 Volksschule mit zwei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 968-973
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 136-142
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 93-95
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 58
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 487
- Zitierweise ↑
- „Bosserode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2997> (Stand: 29.8.2025)

