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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula

Allendorf

Ortsteil · 295 m über NN
Gemeinde Kirchheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Wölfelbach, einem Zufluss zur Ibra. Vom Ort aus führt die K 33 über Gershausen nach Kirchheim.

Ersterwähnung:

1331

Weitere Namen:

  • Allendorf in der Wüste

Siedlungsentwicklung:

Alldendorf ist 1331 belegt und wurde 1561 und 1599 als wüst, 1600 als Dorf bezeichnet.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederaula.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • wüst (1551)
  • wustenung (1599)
  • Dorf (1600)
  • Dorfschaft (1766)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1920

Älteste Gemarkungskarte:

1871

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3537328, 5632585
UTM: 32 U 537239 5630772
WGS84: 50.827463° N, 9.528741° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632011010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 157, davon 85 Acker (= 54.14 %), 23 Wiesen (= 14.65 %), 29 Holzungen (= 18.47 %)
  • 1961 (Hektar): 536, davon 384 Wald (= 71.64 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1673: 8 Hausgesesse
  • 1747: 18 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 18 Feuerstellen mit 89 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schneider, 1 Leinweber, 5 Leinweber, die auch Ackerleute sind und ihr eigen Haustuch machen, 1 Tagelöhner,
  • 1885: 175, davon 173 evangelisch (= 98.86 %), 2 katholisch (= 1.14 %)
  • 1961: 193, davon 175 evangelisch (= 90.67 %), 18 katholisch (= 9.33 %)
  • 1970: 152

Diagramme:

Allendorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (Ganerben: von Diede zum Fürstenstein und von Meisenstein)
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • um 1900: Amtsgericht Niederaula (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 7)
  • 1932: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Allendorf in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Allendorf gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten. Frielingsche Ganerben, die es vom Kloster Hersfeld zu Lehen trugen (1599 und 1600): Reverse der von der Malsburg 1541-1572, der Spete 1535-1731, der Meisenbuge 1578-1787, der von Hanstein 1587-1631, der Diede von Fürstenstein 1739-1807.

Die Gemarkung von Allendorf, die zum Amt Niederaula gerechnet wurde, grenzte an die Grafschaft Ziegenhain. Der Grenzverlauf wurde 1599 festgelegt, im Jahr darauf wurde in einem Vergleich festgehalten, dass die Frielinger Ganerben die Niedergerichtsbarkeit, die Abtei aber die Hohe Gerichtsbarkeit innehaben soll.

1766 haben die Landgrafen die Hohe, die Ganerben von Diede und Meysebug zu Frielingen die Zins-, Dienst und Lehnbarkeit inne.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1560, 1747, 1872 und 1994 nach Frielingen eingepfarrt

Patronat:

1766 hat der Landgraf das Patronatsrecht

Bekenntniswechsel:

Das Dorf war bis 1599 wüst, danach vermutlich von der evangelischen Pfarrei Frielingen versehen.

Kultur

Schulen:

1766 ist ein Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Keine Mühle vorhanden, die Einwohner mahlen, wo sie wollen, meistenteils aber in der Mühle zu Gershausen und zu Rimboldshausen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Allendorf, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2957> (Stand: 19.2.2026)