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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Willingshain

Willingshain

Ortsteil · 330 m über NN
Gemeinde Kirchheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km westlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit lockerer Gehöftanordnung entlang des Willingshainer Bachs in einem nördlichen Seitental der Aula. Kirche im Norden, darüber ehemalige Dorfgerichtsstätte mit Linde. Willingshain ist über die K 34 mit der südlich verlaufenden B 454 verbunden.

Ersterwähnung:

1388

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1600)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1914

Älteste Gemarkungskarte:

1768

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3536017, 5637248
UTM: 32 U 535928 5635433
WGS84: 50.86946° N, 9.510593° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632011120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 491, davon 135 Acker (= 27.49 %), 99 Wiesen (= 20.16 %), 210 Holzungen (= 42.77 %)
  • 1961 (Hektar): 498, davon 227 Wald (= 45.58 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 33 Hausgesesse
  • 1628: 33 Hausgesesse
  • 1673: 25 Hausgesesse
  • 1747: 52 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1773: 50 steuerpflichtige Häuser mit 231 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Schmiede, von denen einer auch Müller, der andere Ackermann ist, 3 Wagner, die auch Ackerleute sind, 2 Schneider, 3 Maurer, wovon 2 Tagelohnen und einer zu alt zum Arbeiten, 3 Leinweber, so auch dabei Tagelohnen, 11 Leinweber so auch Ackerleute und ihr eigen Tuch machen, 11 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 10 so bloss Ackerbau treiben (HStAM, 49 d, Hersfeld 454)
  • 1885: 259, davon 259 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 276, davon 213 evangelisch (= 77.17 %), 36 katholisch (= 13.04 %)
  • 1970: 244

Diagramme:

Willingshain: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula (Frielinger Ganerben)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis (fälschlicherweise als Willingshausen)
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Willingshain zumindest formal in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Willingshain gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten. Unter Abt Berthold (1367-1388) sind dies die von Frielingen und Borken, später die Spete (Reverse 1535-1731). Um 1600 stand alle Obrigkeit und Gerichtsbarkeit dem Abt zu, um 1650 den Frielinger Ganerben, 1773 unstrittig den Landgrafen von Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Lehensherr: Kloster Hersfeld
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche als Saalbau 1722 errichtet, 1925 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1747, 1872 und 1994 zu Frielingen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1773 hat die Gemeinde ein Schulhaus, in dem der Schulmeister wohnt

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Landwirtschaft und Bergbau

Mühlen:

1773 wird eine Mühle mit dem Wasser des Willingshainer Bachs über einen oberschlägigen Mahlgang betrieben. Aus dem 20. Jahrhundert sind zwei Mühlen bekannt, die beide mit dem Wasser des Willingshainer Bachs über oberschlächtige Wasserräder betrieben wurden: Die Mühle Dippel stellte ihren Betrieb 1957 ein, das Rad war im Jahr darauf schon entfernt. In der Willingshäuser Mühle (Scheidemantel) wurde 1911 ein oberschlächtiges Wasserrad eingebaut.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Willingshain, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3295> (Stand: 18.2.2026)