Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Wetzlos

Ortsteil · 326 m über NN
Gemeinde Haunetal, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung ↑

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13,5 km südlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf im Haunetal mit straßendorfartigem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung. Durch den Ort führt als Hauptachse die L 3471 (Sternbergstraße) von Wehrda über Schletzenrod zur Fulda. Von der Mitte des Ortes führt die K 43 (Stärkloser Straße) zum nördlich gelegenen Stärklos. Im Südwesten der Gemarkung verläuft die A 7.

Ersterwähnung:

1538

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1957-1960

Älteste Gemarkungskarte:

1854

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3544493, 5624965
UTM: 32 U 544401 5623155
WGS84: 50.758463° N, 9.629506° O OpenLayers

Statistik ↑

Ortskennziffer:

632008150

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 141, davon 99 Acker (= 70.21 %), 19 Wiesen (= 13.48 %), 20 Holzungen (= 14.18 %)
  • 1961 (Hektar): 141, davon 14 Wald (= 9.93 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1557: 10 steuerpflichtige Güter und 4 Personen Dienstpersonal
  • 1569: 10 steuerpflichtige Güter
  • 1835: 89 evangelische, 4 katholische Einwohner, 18 Häuser mit 5 Nebenwohnungen, ein Haus gehörte kirchlich nach Stärklos
  • 1885: 159, davon 157 evangelisch (= 98.74 %), 2 katholisch (= 1.26 %)
  • 1961: 120, davon 113 evangelisch (= 94.17 %), 3 katholisch (= 2.50 %)
  • 1970: 117

Diagramme:

Wetzlos: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung ↑

Verwaltungsbezirk:

  • 1557: Fürstentum Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (Herren von Trümbach)
  • 1738: Sitft Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (von Trümbach)
  • 1752: Hochstift Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (von Trümbach)
  • 1787: Hochstift Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (1/3 von Heringen, 2/3 von Trümbach)
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Neukirchen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Burghaun
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hünfeld

Gericht:

  • 1822: Justizamt Burghaun
  • 1867: Amtsgericht Burghaun
  • 1932: Amtsgericht Hünfeld

Herrschaft:

1538 wird Wetzlos im Vergleich und der Grenzsteinsetzung zwischen den Gebieten des Klosters Hersfeld und der Edlen von Trümbach zu Wehrda erwähnt. 1569 wird Lukas von Trümbach mit allen Wüstungen, Höfen, Gütern, Wäldern sowie Gerechtigkeiten und Zubehörungen belehnt, die Albrecht von Trümbach 1509/10 denen von Hattenbach abgekauft hatte. Dazu zählte mutmaßlich auch Wetzlos. Die weitere Entwicklung bis zum Ende des Alten Reiches ist eng mit der Herrschaft bzw. dem Gericht Wehrda der Herren von Trümbach verknüpft, zu der bzw. dem Wetzlos gehört.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.

Besitz ↑

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Es war ein Dorf des trümbachischen Gerichts Wehrda.
Kirche und Religion ↑

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Kultur ↑

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise ↑

Literatur:

Zitierweise ↑
„Wetzlos, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3337> (Stand: 15.10.2026)