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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 30. Hirschhorn

Weitere Informationen

Wald-Michelbach

Ortsteil · 346 m über NN
Gemeinde Wald-Michelbach, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

16 km südöstlich von Heppenheim

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof Waldmichelbach war Bahnhof der Eisenbahnlinie Mörlenbach – Grasellenbach/Wahlen ("Überwaldbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.3.1901) bis zur Stilllegung der Strecke am 30.4.1994. Ab dem ebenfalls hier gelegenen Bahnhof Wald-Michelbach/Unter-Waldmichelbach ist die Strecke bereits seit dem 25.9.1983 stillgelegt.

Ersterwähnung:

1238

Historische Namensformen:

  • Michilnbach (1238)
  • Michelnbach (1264)
  • Waltmichelnbach (1430, 1438)
  • Michelbach (1437)
  • Walt Michelbach (1437)
  • Waltmichelbach (1487)
  • Waldmichelbach (1937)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Bau des Hauptgebäudes des Schlosses in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3487359, 5492859
UTM: 32 U 487289 5491101
WGS84: 49.57237° N, 8.82419° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

431021100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 7808, davon 2595 Acker, 974 Wiesen, 4043 Wald
  • 1961 (Hektar): 1956, davon 1080 Wald (= 55.21 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1784: 774 Einwohner
  • 1829: 1694 Einwohner
  • 1961: 3499, davon 1734 evangelisch (= 49.56 %), 1687 katholisch (= 48.21 %)
  • 1970: 3995 Einwohner

Diagramme:

Wald-Michelbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Pfalzbayern, Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Lindenfels, Cent Wald-Michelbach. Neun Höfe: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Starkenburg, Amtsvogtei Fürth, Gericht Hartenrod
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Lindenfels. Neun Höfe: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amtsvogtei Fürth
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Lindenfels
  • 1812: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Wald-Michelbach
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Lindenfels
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim (Umbenennung)
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Bergstraße (Umbenennung)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße

Altkreis:

Bergstraße

Gericht:

  • 1853-1879: Landgericht Wald-Michelbach
  • 1879: Amtsgericht Wald-Michelbach
  • 1943: Zweigstelle Amtsgericht Fürth
  • 1945-1968: Amtsgericht Wald-Michelbach, danach aufgelöst

Herrschaft:

1787: Kurfürstentum Pfalzbayern, Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Lindenfels, Cent Wald-Michelbach

1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Lindenfels

1806: Großherzogtum Hessen, Amt Lindenfels

1812: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Wald-Michelbach

Gemeindeentwicklung:

1.8.1955: Umgemeindung eines bewohnten Flurstücks (4 Einw.) nach der Gemeinde Siedelsbrunn

Für die Gemeindeentwicklung seit Einführung der hessischen Gebietsreform s. Wald-Michelbach. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Wald-Michelbach.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1238: ecclesia
  • 1387: Nennung einer Kirche oder Kapelle

Patrozinien:

  • Laurentius

Pfarrzugehörigkeit:

1611: Filialen Siedelsbrunn, Kreidach, Ober-Schönmattenwag, Hammelbach, Ober-Scharbach, Unter-Scharbach, Affolterbach, Wahlen, Ober-Abtsteinach, Unter-Abtsteinach, Litzelbach, Kocherbach, Gadern, Hartenrod und Aschbach

Patronat:

1387: Kloster Lorsch mit Pfalz gemeinsam, später Pfalz allein

Diakonische Einrichtung:

Nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 2, ein Kindergarten mit 1 Kräften; in Affolterbach/Waldmichelbach ebenfalls Schwesternstation (1)

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Nikolaus Gutmus um 1570

Wiederholter Bekenntniswechsel: zunächst lutherisch, ab 1563 unter Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz reformiert, ab 1576 unter Kurfürst Ludwig VI. lutherisch, ab 1583 durch Pfalzgraf Johann Kasimir reformiert.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1625

Reformierter Bekenntniswechsel: 1631

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat Neuhausen, Landkapitel Weinheim

Kultur

Schulen:

1910 im Oberdorf eine zweiklassige evangelische Volksschule und eine zweiklassige katholische; im Unterdorf eine einklassige evangelische und eine einklassige katholische Volksschule, Schulhaus von 1876

Wirtschaft

Mühlen:

1369, 1488: jährliche Abgaben der Fronemühle

1568: kurpfälzische Mahlmühle

1613: eine Mühle unter im Dorf, Mahlmühle oben im Dorf

1717: Pfalzmühle

1743: Grundriss und Erläuterungen der Pfalzmühle

Heinz Reitz (s. Literatur) hat 5 Mühlen verzeichnet: Ehem. Papiermühle, Ihrigsmühle, Huysmühle (ehem. Eisenhammer), Ehem. Emigsmühle und Brehmsmühle (Pfalzmühle)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wald-Michelbach, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13165> (Stand: 27.3.2026)