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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 41. Borken

Weitere Informationen

Bischhausen

Ortsteil · 200 m über NN
Gemeinde Neuental, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km nördlich von Treysa

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf der Unterterrasse am West-Ufer der Schwalm. Kirche in erhöhter Lage in der Nähe des Schwalmübergangs der Straße Gilsa - Zimmersrode.

Straße Gilsa - Zimmersrode

Ersterwähnung:

1160

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1400: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1889/1890, 1894/1896

Älteste Gemarkungskarte:

1770

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3514443, 5652969
UTM: 32 U 514363 5651148
WGS84: 51.011715° N, 9.204743° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634016010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 762 Land, 212 Wiesen
  • 1885 (Hektar): 319, davon 150 Acker (= 47.02 %), 83 Wiesen (= 26.02 %), 55 Holzungen (= 17.24 %)
  • 1961 (Hektar): 321, davon 21 Wald (= 6.54 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1742: 37 Häuser
  • 1861: 274 evangelisch-reformierte, 10 jüdische Einwohner
  • 1885: 250, davon 242 evangelisch (= 96.80 %), 0 katholisch, 8 Juden (= 3.20 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 58 Land- und Forstwirtschaft, 81 Produzierendes Gewerbe, 22 Handel und Verkehr, 16 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 385, davon 348 evangelisch (= 90.39 %), 30 katholisch (= 7.79 %)
  • Um 1570: 21 Hausgesesse

Diagramme:

Bischhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1570 und später: landgräfliches Amt Borken
  • 1447 und noch 1539: Gericht Waltersbrück
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton und Friedensgericht Jesberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1575/85: niederes und peinliches Gericht von Löwenstein-Schweinsberg. Bischhausen ist landgräfliches Lehen der von Löwenstein-Schweinsberg.
  • 1599: Johann v. Löwenstein-Schweinsberg verkauft an Einwohner zu Bischhausen zwei Drittel des Rodenberges, vorbehaltlich Jagd, Buße und peinliche Fälle.
  • 1657: Adolf Sittich von Löwenstein-Schweinsberg verkauft Gericht Waltersbrück mit Bischhausen an Jakob von Hoff.
  • 1734: Prinz Georg von Hessen kauft das Gericht Waltersbrück (mit Bischhausen). Nach dem Tod des Prinzen Heimfall an Landgraf.
  • Flurname Galgenwiese.
  • vor 1822: Amt Jesberg
  • 1822: Justizamt Jesberg
  • 1867: Amtsgericht Jesberg
  • 1945: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft:

1359: Heinrich von Löwenstein-Schweinsberg erhält bei der Teilung des gemeinschaftlichen Gerichs Waltersbrück (von Gilsa und von Löwenstein) Bischhausen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neuental, deren Ortsteil Bischhausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197: Papst Cölestin III. bestätigt Kloster Spieskappel Einkünfte zu Bischhausen.
  • 1280 und 1300: Gisela, Witwe Heinrichs von Löwenstein, schenkt dem Kloster Haina Güter zu Bischhausen.
  • 1311: Die von Löwenstein schenken dem Kloster Haina Güter zu Bischhausen.
  • 1347: Werner von Löwenstein-Westerburg verzichtet gegen die von Linsingen nach Streit auf Gut zu Bischhausen.
  • 1353: Irmgard, Tochter Werners von Löwenstein-Westerburg, verzichtet gegen Heinrich von Schweinsberg, Scholaster des Stiftes Fritzlar, auf Gut zu Bischhausen.
  • 1400: Friedrich von Bischhausen verkauft 2 Eigengüter zu Bischhausen an Helwig Bechelinges.
  • 1504: Bei Erbteilung erhält Heinrich von Löwenstein Gewässer, Gärten und einen Acker zu Bischhausen.

Zehntverhältnisse:

1467: Die von Gilsa mit halbem Zehnten durch Stift Fritzlar in Bischhausen belehnt.

1593: Eigand von Gilsa hat Zehnten zu Bischhausen inne.

1623 und 1767: Stift Fritzlar belehnt Hans Kaspar, dann die Gilsa mit halbem Zehnten zu Bischhausen.

Ortsadel:

1160-1289

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1262: Kirchhof genannt
  • 1263: plebanus

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche; ca. 1523-1544: Bischhausen von Zwesten versehen.

1569: Waltersbrück (1556-1585), Zimmersrode (bis 1582), Gilsa (bis 1582) eingepfarrt nach Bischhausen.

1575/85: Dorheim und Waltersbrück von Bischhausen versehen

1780 und später: Waltersbrück Filiale von Bischhausen

Patronat:

Ortsherrschaft (vgl. Herrschaft / Gericht)

Bekenntniswechsel:

Da bis 1544 von Zwesten versehen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Zwestener Pfarrer Heinrich Meuser um 1530.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Curt Gottfried 1544-1566

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Urff

Juden:

Ort gehört zur jüdischen Gemeinde Zimmersrode.

1598: Juden-Haus genannt

1835: 9, 1861: 10 Juden; 1932/33: 6 Juden

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Bischhausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3995> (Stand: 4.8.2025)