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Historisches Ortslexikon

Unterweisenborn

Ortsteil · 327 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Kleines Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung an der (südlichen) Solz, einem rechten Nebenfluss der Fulda. Durch den Ort führt als abknickende Hauptachse parallel zum Bach die L 3171 nach Schenklengsfeld.

Ersterwähnung:

1314

Siedlungsentwicklung:

Noch im 16. Jahrhundert nutzten die Bewohner von Unterweisenborn und Wehrshausen mit Schenklengsfeld eine gemeinsame Waldmark in Markgenossenschaft.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Die Bezeichnung Unterweisenborn setzt sich erst im 19. Jahrhundert durch.

vgl. Oberweisenborn

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf, Dorffschafft (1826)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1901

Älteste Gemarkungskarte:

1705

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3558896, 5629536
UTM: 32 U 558798 5627724
WGS84: 50.798268° N, 9.834338° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632019110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 376, davon 298 Acker (= 79.26 %), 52 Wiesen (= 13.83 %), 0,4 Holzungen (= 0.00 %)
  • 1961 (Hektar): 375, davon 12 Wald (= 3.20 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 18 Hausgesesse
  • 1585: 18 Hausgesesse
  • um 1610: 18 Hausgesesse
  • 1628: 18 Hausgesesse
  • 1673: 15 Hausgesesse
  • 1747: 29 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1826: 24 steuerpflichtige Häuser mit 117 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Schmied, 1 Schuhflicker, 1 Schneider, 1 Schäfer, 1 Tagelöhner, 5 Spinner
  • 1885: 131, davon 131 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 147, davon 112 evangelisch (= 76.19 %), 31 katholisch (= 21.09 %)
  • 1970: 123

Diagramme:

Unterweisenborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1343: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

1314 überträgt der Abt von Hersfeld Einkünfte u.a. in Unterweisenborn als Burglehen an Hermann von Borsch und dessen Ehefrau Elisabeth. 1343 erhält der Wäppner Hermann von Buchenau vom Kloster Hersfeld ein Vorwerk und anderthalb Hufen zu Unterweisenborn als Erbburglehen auf der Burg Landeck.

1413 verkaufen Johann von Reckerode und seine Ehefrau Benit ihre Äcker und Güter in Unterweisenborn, Lehen des Klosters Hersfeld, mit Zustimmung des Abts an Johann Schade von Leibolz und dessen Ehefrau Sophia.

1567 erhält Eberhard von Buchenau u.a. einen Hof zu Weißenborn, in früheren Zeiten Borschenhof genannt, sowie ein Vorwerk zu Weißenborn, genannt Borschenvorwerk als hersfeldisches Lehen.

Verwaltungstechnisch gehört Unterweisenborn im Spätmittelalter zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Zugleich ist es Grenzort zur Gebiet der Abtei Fulda. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. 1585 ist die Herrschaft zwischen Hersfeld und Hessen geteilt. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fällt mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1736 bis 1742 fällt Unterweisenborn vorübergehend an Kursachsen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Dorf des hersfeldischen Amts Landeck
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1826 ist keine Kirche vorhanden

Pfarrzugehörigkeit:

1585, 1747, 1826, 1872 und 1994 zu Schenklengsfeld gehörig

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1826 ist keine Schule vorhanden, die Kinder gehen nach Malkomes

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1826 wird die Mühle am Ausgang des Dorfes mit dem Wasser der Solz in Vereinigung mit dem nicht weit davon gelegenen Bach, der Quilleborn genannt, betrieben. Sie hat ein oberschlächtiges Wasserad mit nur einem Mahlgang. Die Mühle wird seit 1930 nicht mehr betrieben, 1958 ist das Wasserrad nicht mehr vorhanden.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Unterweisenborn, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3292> (Stand: 13.5.2026)