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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 41. Borken

Trockenerfurth

Stadtteil · 195 m über NN
Gemeinde Borken (Hessen), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,3 km südlich von Fritzlar.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und dichter Gehöftanordnung auf flachem, zum westlichen Ohmes-Ufer ziehenden Hang. Kirche mit ehemaligem ummauertem Kirchhof im südlichen Bereich des Ortskerns. Moderne Wohnsiedlung im Norden.

Straße Dillich - Borken durchschneidet den südlichen Ortsbereich.

Ersterwähnung:

1258

Historische Namensformen:

  • siccum Erpherde (1258) [Staatsarchiv Marburg Urkunden Kloster Spieskappel]
  • Trockenerffordt (1286)
  • Drackenerforthe (1307) [XVI]
  • Trokin Erphirte (1318)
  • Drockin Erpherde (1324)
  • Drocken Erphorte (1333)
  • Drockin Erfurte (1337)
  • Drockin Erforte (1345)
  • Drocken Erphirte (1348)
  • Trockenerfford (1425)
  • Trugenerfferte, czu (1443)
  • Trockenerffurte, zcu (1448)
  • Trockenerffert (1482)
  • Draigken Erffurt, zcu (1490)
  • Trockenerfferte (1509)
  • Drucken Erffurt (1523)
  • Trocken Erphort (1527)
  • Truckenerfferdt (1530)
  • Truckenerffurt (1537)
  • Trockenerfurt um (1570)
  • Trucken Erffordt (1623)
  • Erfurth, Trocken-
  • Trocken-Erfurth

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1258: villa.
  • 1537: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Bobenhausen,
  • Wüstung Blankenheim.

Umlegung der Flur:

1896

Älteste Gemarkungskarte:

1771

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3517780, 5656197
UTM: 32 U 517699 5654374
WGS84: 51.040638° N, 9.25245° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634001150

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 328 Land, 143 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 459, davon 290 Acker (= 63.18 %), 54 Wiesen (= 11.76 %), 81 Holzungen (= 17.65 %)
  • 1961 (Hektar): 459, davon 60 Wald (= 13.07 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1639: 12 verheiratete, 3 verwitwete Hausgesesse.
  • 1724: 63 Personen. 1742 und 1747: 30 Häuser bzw. Hausgesesse. 1775: 206 Einwohner.
  • 1834: 294, 1885: 270 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 270, davon 270 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 370, 1939: 487, 1950: 922, 1961: 911 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 84 Land- und Forstwirtschaft, 252 Produzierendes Gewerbe, 32 Handel und Verkehr, 29 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 911, davon 743 evangelisch (= 81.56 %), 153 katholisch (= 16.79 %)
  • Um 1570: 38 Hausgesesse.

Diagramme:

Trockenerfurth: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: Amt Borken
  • 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Borken
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen.
  • 1807: Friedensgericht Borken
  • vor 1822: Amt Borken
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Frühere Belege siehe Erfurth.
  • 1258: Heinrich genannt Angelus übergibt dem Kloster Spieskappel eine Hufe zu Trocken-Erfurth.
  • 1269: Stift Fritzlar bekommt einen Mansus zu Trocken-Erfurth geschenkt.
  • 1286: Die von Borken übereignen dem Kloster Haina ein Haus mit Hof zu Trocken-Erfurth.
  • 1312: Kloster Haina erhält Güter und Hörige zu Trocken-Erfurth.
  • 1324: Kloster Haina erwirbt Güter zu Trocken-Erfurth.; desgleichen 1333 Einkünfte.
  • 1364: Kloster Spieskappel erhält Korngülte aus seinem Vorwerk zu Trocken-Erfurth.
  • 1370: Ditmar Holzsadel verkauft dem Kloster Spieskappel eine Korngülte aus seinen Gütern zu Trocken-Erfurth.
  • 1443: Hans von Falkenberg verschreibt seiner Frau sein Gut zu Trocken-Erfurth.
  • 1490: Landgraf Wilhelm befreit Hof des Philipp von Urff zu Trocken-Erfurth.
  • 1527: Kloster Haina hat Einkünfte zu Trocken-Erfurth.

Zehntverhältnisse:

1318: Kloster Spieskappel erhält eine Korngülte aus dem Zehnten zu Trocken-Erfurth.

1448: Die von Urff durch Stift Fritzlar mit Zehnten zu Tocken-Erfurth belehnt; folgend Belehnungen bis 1725.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1425/28: ecclesia.

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1570: selbständige Pfarrei, die aber 1557 von Nassen-Erfurth versehen wird.

Seit 1570: Trocken-Erfurth als Vikariat mit Nassen-Erfurth verbunden.

1780: Trocken-Erfurth Filiale von Nassen-Erfurth.

1835 und später: Trocken-Erfurth ständiges Vikariat von Nassen-Erfurth.

Patronat:

1527: Patronat von Urff;

1661: an von Baumbach abgetreten.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Seit 1954: Braunkohletagebau Altenburg IV.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Trockenerfurth, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4095> (Stand: 29.3.2022)