Historisches Ortslexikon
- Messtischblatt
- 5025 Hönebach
- Moderne Karten
- Kartenangebot der Landesvermessung
- Topografische Karten
- KDR 100, TK25 1900 ff.
- Historische Karten
- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 56. Hönebach
- Gerichtsstätten
- Gerichtsplatz in Süß
Weitere Informationen
Süß
-
Ortsteil · 300 m über NN
Gemeinde Nentershausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
-
Ortstyp:
Dorf
-
Lagebezug:
17 km östlich von Rotenburg an der Fulda
-
Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen an der in die Werra mündenden Weihe, am Rand des Richelsdorfer Gebirges, nahe der Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. Kirche in zentraler Lage, südlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3250 (Gerstunger Straße)
-
Ersterwähnung:
1267-1289
-
Historische Namensformen:
- Susse (1267-1289) [Kop. Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 132 Anm. 7]
- Sus (1335) [Kop. Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 132 Anm. 7]
- Sussz (1336) [Kop. Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 132 Anm. 7]
- Sůße, in (1365) [Löwenstein, Quellen Rotenburg, S. 62-63, Nr. 77]
- Susse (1448) [HStAM Best. Urk. 14 Nr. 13259]
- Suesse (1506) [Bünz, Mainzer Subsidienregister 1506, S. 234, Nr. 2051]
- Sueße (1585) [Der ökonomische Staat Landgraf Wilhelms IV., S. 91]
- Suesse (1592) [Mercators Karte HStAM Bestand Karten Nr. R II 28]
- Süßa (1700) [Gerstunger Amts Beschreibung 1700]
- Suese (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 13]
-
Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (1336)
-
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
- Burg Hohensüß
- Diedingsmühle
- Ulfterode
- Ulfteroder Schneidemühle
- Burg Hohensüß (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
-
Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3568359, 5650925
UTM: 32 U 568258 5649104
WGS84: 50.98947° N, 9.972543° O OpenLayers - Statistik ↑
-
Ortskennziffer:
632013050
-
Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 445, davon 291 Acker (= 65.39 %), 27 Wiesen (= 6.07 %), 83 Holzungen (= 18.65 %)
- 1961 (Hektar): 464, davon 110 Wald (= 23.71 %)
-
Einwohnerstatistik:
- 1531: 32 Steuernde
- 1557: 54 Steuernde
- 1585: 56 Hausgesesse (Der ökonomische Staat)
- 1747: 84 Feuerstätten (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 576, davon 576 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 662, davon 611 evangelisch (= 92.30 %), 45 katholisch (= 6.80 %)
- 1970: 620
-
Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
-
Verwaltungsbezirk:
- 1445: Fürstabtei Fulda, Amt Gerstungen
- 1480-1733: Herzogtum Sachsen-Eisenach, Amt Gerstungen
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Sontra, Adelsdorf (die Hausgesesse gehören zu Sachsen und den Trotten)
- 1733: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Nentershausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
-
Altkreis:
Rotenburg
-
Gericht:
- 1822: Assistenzamt Nentershausen
- vor 1827: Assistenzamt Nenntershausen des kurhessischen Justizamts (Reservaten-Amts) Rotenburg
- 1827: Justizamt Nentershausen
- 1836: Justizamt Rotenburg
- 1867: Amtsgericht Nentershausen
- 1879: Amtsgericht Nentershausen
- 1932: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
- 1933: Amtsgericht Rotenburg
-
Herrschaft:
Die Herrschaft über Süss im hessisch-thüringischen Grenzraum war lange Zeit strittig. Nach einer nur kopial überieferten, undatierten Urkunde zur zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gab es Zinsleute und Lautenbergische Lehen des Hermann Trott in Süß. 1335 verkaufen Otto Walrab von Lengsfeld und seine Frau Margarete ihr Güter in Süß und Hohensüss an Bodo Trott von Rotenburg. 1336 verkauft das Kloster Michaelsberg in Fulda 5 Höfe und eine Mühle in und vor dem Dorf Süß an Friedrich von Hattenberg und dessen Frau Hedwig. 1404 wird das Dorf Süss, dass von Hermann Trott (Vater) an Hermann Kolmatsch versetzt wurde, von dessen Sohn Hermann ausgelöst. Im 15. Jahrhundert kommt es wiederholt zu Verpfändungen des fuldischen Amtes Gerstungen, zu dem Süß gerechnet wurde, an die Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen.
In den von 1448-1827 vorliegenden Briefen an die von Trott beansprucht Hessen die Lehnsherrschaft über das Dorf Süß. Dem standen Ansprüche der Herzöge von Sachsen gegenüber, die das Dorf Süss als sächsische Exklave betrachteten. Hierüber kam es vom 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert zu Streitigkeiten, die erst 1733 in einem Abkommen zwischen den Regierungen in Kassel und Weimar zugunsten von Hessen beigelegt werden.
-
Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden als Ortsteil zur Gemeinde Nentershausen zusammengeschlossen.
- Kirche und Religion ↑
-
Ortskirchen:
- cappellanus et clericus (1365)
- Plebanus (1506)
- An der Stelle eines Vorgängerbaus klassizistischer Saalbau mit quadratischem Ostturm 1824-25 errichtet, 1950-1953 saniert
-
Pfarrzugehörigkeit:
Vor der Reformation gehört Neustadt in Thüringen, 1582 Richelsdorf als Filial dazu. So auch 1872 bis zur Aufhebung der Pfarrstelle und Angliederung an Richelsdorf als Vikariatsgemeinde (Stand 1994). Seit 2012 gehört die Ev. Kirchengemeinde Süß zur Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde in Wildeck
-
Patronat:
1585 ist das Patronat zwischen Sachsen und Trotten strittig
-
Bekenntniswechsel:
Erster evangelischer Pfarrer: Wendelin Treysa bis vor 16.12.1580
-
Kirchliche Mittelbehörden:
1506: Erzbistum Mainz, Archidiakonat Dorla, Archipresbyterat Renda
- Kultur ↑
-
Schulen:
1910 Volksschule mit zwei Klassen
-
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
-
Wirtschaft:
Im der Gemarkung werden im Mittelalter Kupferschiefer, Kobalt, Nickel und Schwerspat abgebaut. 1962 wird der Bergbau eingestellt.
- Nachweise ↑
-
Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 594-599
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 93-95
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 244 (Register), besonders S. 130-142
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 463
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 542
- Zitierweise ↑
- „Süß, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3136> (Stand: 29.8.2025)

