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Weitere Informationen

Sterkelshausen

Ortsteil · 265 m über NN
Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,3 km westlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Ostrand des Knüllwaldes am Osterbach, einem südwestlichen Zufluss der Fulda. Kirche in zentraler Lage auf einer nach Osten abfallenden Anhöhe, zwei Hauptachsen führen in N-S-Richtung parallel zum Bach durch den Ort (Dorfstraße und Ludwigsecker Str.). Im Osten verläuft als Ortsumgehung und mit weiterführender Anbindung die L 3253

Ersterwähnung:

1003

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-West und Guttels.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1908

Älteste Gemarkungskarte:

1757/1758

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3545548, 5652985
UTM: 32 U 545456 5651163
WGS84: 51.01024° N, 9.647944° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632001100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 325, davon 228 Acker (= 70.15 %), 51 Wiesen (= 15.69 %), 8 Holzungen (= 2.46 %)
  • 1961 (Hektar): 1028, davon 716 Wald (= 69.65 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 32 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 44 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 51 Feuerstätten, 247 Bewohner; Gewerbetreibende: 2 Müller, 2 Schmiede, 1 Schneider, 24 Leinenweber, worunter einer die Wirtschaft betreibt und sogleich auch Ackermann ist, nebst anderem mehr, 2 Tagelöhner, 10 Ackerleute, welche keine Handtierung treiben [HStAM Best. 49 d, Rotenburg Nr. 332]
  • 1885: 336, davon 336 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 341, davon 319 evangelisch (= 93.55 %), 20 katholisch (= 5.87 %)
  • 1970: 326

Diagramme:

Sterkelshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht Baumbach
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, erster Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

In der Wildbannschenkungsurkunde König Heinrichs II. für die Abtei Hersfeld von 1003, durch die der Forst Eherinevirst seiner Ausdehnung nach bestimmt wird, sind als Fixpunkte der Terminatio die Orte Rengshausen, Sterkelshausen und Baumbach angegeben.

Das Dorf ist ursprünglich hersfeldisches Lehen der von Leimbach und geht 1414 auf die hessischen Erbmarschälle von Röhrenfurt über. Den Landgrafen von Hessen gelingt es im 15. Jahrhundert, den Einfluss der Abtei Hersfeld zurückzudrängen, die Herrschaft über Sterkelshausen zu erringen und in die Ämterstruktur zu integrieren. Im 18. Jahrhundert haben die Landgrafen die Ortsherrschaft vollumfänglich inne.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Sterkelshausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1315 vermachen die von Leimbach dem Kloster Frauensee (Bad Salzungen, Wartburgkreis) Einkünfte aus dem Dorf Sterkelshausen, 1339 dem Kloster Cornberg. 1355 verschreiben die von Leimbach ihrer Schwester, der Klosterfrau Odegard im Benediktinerinnenkloster Kreuzberg, Gülten in Sterkelshausen und Niederellenbach.
  • 1303 erwirbt Kloster Heydau Land zu Sterkelshausen, 1398 erhält es eine dortige Gülte zum Seelgerät, 1435 Zins aus einer halben Hufe, 1460 erwirbt es weitere Einkünfte pfandweise.
  • 1377 erhält die Stiftskirche St. Elisabeth und Maria in Rotenburg Güter und Gefälle zu Sterkelshausen
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche 1774 als einfacher rechteckiger Saalbau von Meister Philipp Noll in Bruchsteinmauerwerk neu errichtet, 1975 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1569, 1747 und 1872 Filialort von Braach, 1994 zu Oberellenbach

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Braach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1536.

Kultur

Schulen:

um 1766 wird das Schulhaus wegen Baufälligkeit eingerissen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Landgraf Philipp von Hessen gestattet 1534 Henne Mosbach aus Sterkelshausen, in seinem Garten über dem Dorf Sterkelshausen eine Mühle zu errichten. Sobald die Mühle arbeitet, soll er jährlich einen Zins von zwei Pfund Geld entrichten (HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4527)

1766 sind zwei Mühlen vorhanden, die Obermühle und Osterbachs-Mühle, die beide mit dem Wasser des Osterbaches über oberschlächtige Wasserräder angetrieben wurden. Die Dorfmühle stellt ihren Betrieb 1920 ein.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Sterkelshausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3135> (Stand: 21.3.2025)