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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 54. Ludwigseck

Weitere Informationen

Biedebach

Ortsteil · 325 m über NN
Gemeinde Ludwigsau, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,5 km nordwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Siedlung in waldreicher Tallage mit einfacher Struktur und geringer Siedlungsdichte am gleichnamigen Zufluss in den Rohrbach. Die vom Ort ohne Mittelpunkt ausgehende Bismarckstraße (K 42) stößt im Westen, in Tann, auf die L 3254

Ersterwähnung:

1369

Siedlungsentwicklung:

Im Bereich der Gemarkung Biedebach fanden sich Hinweise auf Wüstungen und eine Ofenanlage, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Hersfeld West.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1909

Älteste Gemarkungskarte:

1870

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3546214, 5643019
UTM: 32 U 546121 5641201
WGS84: 50.920609° N, 9.656169° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632012020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 143, davon 88 Acker (= 61.54 %), 43 Wiesen (= 30.07 %), 1 Holzungen (= 0.70 %)
  • 1961 (Hektar): 1052, davon 909 Wald (= 86.41 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 11 Hausgesesse
  • 1628: 11 Hausgesesse
  • 1673: 6 Hausgesesse
  • 1747: 16 Feuerstätten (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1885: 174, davon 170 evangelisch (= 97.70 %), 4 katholisch (= 2.30 %)
  • 1961: 152, davon 140 evangelisch (= 92.11 %), 8 katholisch (= 5.26 %)
  • 1970: 138

Diagramme:

Biedebach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Biedenbach gehört 1495 den Schade vom Leibholz als Hersfelder Mannlehen.

1525 wird das unter Landgraf Philipp von Hessen vorübergehend besetzte Amt Obergeis an Hersfeld zurückgegeben.

1596 erwirbt Abt Joachim von Hersfeld die Rechte in Biedenbach, die Anna Maria geborne Schaden von Leibolds innehatte. 1606 verkaufen wiederum Wilhelm von Boyneburg zu Borsch, Lukas Wilhelm von Romrod, Reinhard Ludwig von Romrod und deren Ehefrauen und Kinder an den Abt von Hersfeld die Hälfte von Biedebach. Das Dorf bestand damals aus vier Höfen, die Erbgüter waren. Die Einwohner waren von Frondiensten befreit.

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist das Dorf in hersfeldischem Besitz, der als Lehen ausgeben wird. Die niedere Gerichtsbarkeit gehört bis zum Ende der Stiftszeit zum Amt Ober-Geis.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Ludwigsau zusammengeschlossen.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

vor 1565 zu Rohrbach, 1747 und 1872 eingepfarrt in das Obergeiser Vikariat bzw. die Filial Untergeis; 1994 Filialort von Rohrbach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Biedebach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3299> (Stand: 4.3.2026)