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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 52. Ziegenhain
Gerichtsstätten
Linde in Schlierbach

Schlierbach

Ortsteil · 210 m über NN
Gemeinde Neuental, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,7 km nördlich von Treysa.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf der Niederterrasse am westlichen Schwalmufer. Annähernd rechteckiger Umriss; Kirche im nördlichen Ortsbereich nahe der Schwalmbrücke.

Straßen Allendorf - Bischhausen/Gilsa und Elnrode/Strang - Dorheim treffen sich im Ortsbereich.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Kassel – Frankfurt am Main ("Main-Weser-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 2.1.1850).

Ersterwähnung:

1193

Historische Namensformen:

  • Slirbach, de (1193) (Mainzer Urkundenbuch 2, 2 Nr. 575)
  • Slerbach, de (1244)
  • Schlerbach, in (1260)
  • Slirbac, de (1261)
  • Slirebach, Slierbach, zv (1345)
  • Szlyrbach, Slyerbach (1359)
  • Slyrbach (1361)
  • Schlirbach (1386)
  • Schlyrbach, von (1527)
  • Schlierbach (1539)
  • Schlirbich (um 1570)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1448: verwüstet, teils zu Wald geworden.
  • 1575/85: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Bahnhof,
  • Hintermühle,
  • Schwalmmühle,
  • Wüstung Ahausen,
  • Wüstung Bubenkirchhof,
  • Wüstung Elnrode.

Umlegung der Flur:

1895/1896

Älteste Gemarkungskarte:

1771/1772

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3513888, 5647646
UTM: 32 U 513808 5645827
WGS84: 50.963881° N, 9.196632° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634016060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 954 Land, 268 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 454, davon 246 Acker (= 54.19 %), 97 Wiesen (= 21.37 %), 44 Holzungen (= 9.69 %)
  • 1961 (Hektar): 468, davon 74 Wald (= 15.81 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1448: verwüstet, teils zu Wald geworden.
  • 1575/85: 41 Hausgesesse.
  • 1742: 45 Häuser. 1747: 48 Hausgesesse. 1783: 235 Einwohner.
  • 1834: 439, 1885: 394 Einwohner.
  • 1861; 390 evangelisch-reformierte, 7 jüdische Einwohner.
  • 1885: 394, davon 394 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 404, 1939: 382, 1950: 618, 1961: 426 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 98 Land- und Forstwirtschaft, 69 Produzierendes Gewerbe, 36 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 426, davon 393 evangelisch (= 92.25 %), 26 katholisch (= 6.10 %)

Diagramme:

Schlierbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1575/85: Amt Borken; niederes und peinliches Gericht von Löwenstein
  • 1742: Amt Borken, Gericht Waltersbrück (Inhaber Prinz Georg von Hessen)
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton und Friedensgericht Jesberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Jesberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1575/85: Amt Borken; niederes und peinliches Gericht von Löwenstein.
  • 1807: Friedensgericht Jesberg
  • vor 1822: Amt Jesberg
  • 1822: Justizamt Jesberg
  • 1867: Amtsgericht Jesberg
  • 1945: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft:

1359: Bei Teilung des gemeinschaftlichen Gerichts Waltersbrück kommt Schlierbach an die von Löwenstein-Schweinsberg.

1447: Landgraf Ludwig belehnt die von Löwenstein mit dem Gericht Waltersbrück, zu dem Schlierbach gehört; folgend Belehnungen bis 1539.

1569: Dorf Schlierbach stellt sich unter hessischem Schutz.

1575/85: Amt Borken; niederes und peinliches Gericht von Löwenstein.

1657: Gericht Waltersbrück (mit Schlierbach) kommt an die von Hoff.

1742: Amt Borken, Gericht Waltersbrück (Inhaber Prinz Georg von Hessen).

1755: Heimfall des Gerichts an Landgraf.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neuental, deren Ortsteil Schlierbach wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1260: Heinrich von Obenrod weist seinen Kindern Einkünfte in Schlierbach an.
  • 1295: Die von Ottenrod vertauschen ihre Güter zu Ottenrod an Stift Fritzlar gegen dessen Güter zu Schlierbach.
  • 1420: Die von Löwenstein-Schweinsberg machen Güter zu Schlierbach dienstfrei.
  • 1500: Die von Löwenstein übergeben dem Heinz Tutehorn ihren Hof zu Schlierbach.
  • 1527: Hof zu Schlierbach zwischen von Löwenstein und Kloster Spieskappel strittig.
  • 1583: Johann von Löwenstein verkauft einen Zins aus Dienstgeld und Geschoß zu Schlierbach.

Zehntverhältnisse:

1345: Die Sleger nehmen Konrad von Linsingen zum Ganerben am Zehnten zu Schlierbach an; die von Schlierbach verkaufen mit hersfeldischer Genehmigung den halben Zehnten zu Schlierbach.

1386: Kloster Haina gibt den von Löwenstein auf 4 Jahre den Zehnten zu Schlierbach zurück.

1486: Stift Hersfeld belehnt die von Linsingen mit dem halben Zehnten zu Schlierbach; folgend Belehnungen bis 1696.

1572: Johann von Löwenstein verkauft den halben Rodzehnten zu Schlierbach an Treysaer Bürger.

Ortsadel:

1193 - etwa 1451.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1245: sacerdos.
  • 1256: presbyter.

Pfarrzugehörigkeit:

1457-1518: Pfarrkirche;

1481 erklärt der Fritzlarer Offizial gegenüber den von Gilsa Dorheim zur Filiale von Schlierbach.

1556: mit Bischhausen, 1569 und 1575/85 mit Jesberg verbunden.

1568: Elnrode und Strang nach Schlierbach eingepfarrt.

1575/85: Elnrode und Strang Filiale von Schlierbach.

1747: Schlierbach Vikariat von Jesberg.

1780 und später: Schlierbach Filiale von Jesberg (bis 1817 mit Elnrode und Strang).

Seit 1904: Schlierbach Pfarrkirche; mit Vikariat Dorheim (seit 1893?) verbunden.

Patronat:

1572 und 1575/85: Patronat von Linsingen.

1706: Vergeblich von von Hoff beansprucht.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Valentinus [Nachname unbekannt] bis 1543

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Urff.

Juden:

1835: 7, 1861: 7 Juden.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schlierbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4241> (Stand: 25.3.2022)