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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld

Weitere Informationen

Rotensee

Ortsteil · 245 m über NN
Gemeinde Hauneck, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,5 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im Tal des von Osten in die Haune fließenden Scheerbachs. Hauptachse ist die parallel zum Bach verlaufende und auf die B 27 im Westen mündende Unterhauner Straße (K22), von der schmale Straßen nach Norden Richtung Vollmarsburg sowie nach Süden abzweigen. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Südwesten entlang der K22.

Ersterwähnung:

1292

Siedlungsentwicklung:

Von 1385 bis ins 16. Jahrhundert Nieder- und Oberrotensee belegt, 1610 wieder Rotensee. Eine räumliche Zuordnung der zwischenzeitlichen Siedlungen Nieder- und Ober-Rotensee kann aufgrund der Quellen nicht vorgenommen werden

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villula (1292)
  • villa (zwischen 1343 und 1364)
  • Dorfschaft (1771)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1905

Älteste Gemarkungskarte:

1768

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3552345, 5633519
UTM: 32 U 552250 5631705
WGS84: 50.834696° N, 9.741994° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632007050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 238, davon 175 Acker (= 73.53 %), 35 Wiesen (= 14.71 %), 7 Holzungen (= 2.94 %)
  • 1961 (Hektar): 244, davon 10 Wald (= 4.10 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 9 Hausgesesse
  • 1628: 9 Hausgesesse
  • 1673: 25 Haushaltungen
  • 1747: 30 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1771: 34 Häuser mit 170 Menschen; Gewerbetreibende 16 Leinweber, welche mehrenteils Ackerbau haben, 13 Tagelöhner und Spinnerinnen, 1 Müller
  • 1885: 379, davon 379 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 453, davon 413 evangelisch (= 91.17 %), 17 katholisch (= 3.75 %)
  • 1970: 516
  • 2001: 676
  • 2006: 560

Diagramme:

Rotensee: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1556-71: Reichsabtei Hersfeld, Benediktinerpropstei Petersberg, Amt/Gericht Petersberg
  • 1610: Reichsabtei Hersfeld, Benediktinerpropstei Petersberg, Amt/Gericht Petersberg
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt/Gericht Petersberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Petersberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

1292 verzichtet Werner von Reichenbach im Streit mit dem Abt von Hersfeld auf seine Rechte u.a. in Rotensee und erhält dafür von Abt und Kloster andere Güter.

1494 verkauft Engelhard von Buchenau für 2.000 Gulden verschiedene Dörfer, Wälder und Wüstungen u.a. Rotensee und Wippersheim an Landgraf Wilhelm von Hessen.

1564 gehört Rotensee halb Hersfeld, halb denen von Buchenau, die mit der Peinlichkeit belehnt sind. Die Obrigkeit steht bis zu dessen entgültigem Ende 1651 dem Stift zu. Die Zuordnung zum Untergericht schwankte jedoch zeitweise zwischen Dechaneigericht, Johannesberg und Petersberg. Nach der Beschreibung des Fürstentums Herfeld 1673 gehen die peinlichen Gerichtsfälle an das Gericht Johannesberg, für das die Herren von Buchenau zuständig sind. Ein Teil von Rotensee hing am Gericht Schildschlag, das ebenfalls die Herren von Buchenau innehatten. Dieser Teil wurde 1720/21 von den Landgrafen erworben.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Hauneck zusammengeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Mitte des 14. Jahrhunderts hat Kloster Hersfeld Einkünfte in Rotensee
  • Adlige von Buchenau1385 vermacht Wetzel von Buchenau dem Kloster Petersberg und dem Pfarrer daselbst zu seines Vaters und seiner Mutter Seelenheil Einkünfte in Nieder- und in Ober-Rotensee.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1771 ist kein Gotteshaus vorhanden

Pfarrzugehörigkeit:

1747, 1771, 1872 und 1994 Filial von Unterhaun

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1771 ist keine Schule vorhanden

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Rotensee, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3279> (Stand: 23.2.2026)