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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 11. Giessen

Weitere Informationen

Rockenberg

Ortsteil · 155 m über NN
Gemeinde Rockenberg, Wetteraukreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km nördlich von Friedberg

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Butzbach/Griedel – Bad Nauheim ("Wettertalbahn II") von 1909 bis zur Stilllegung der Strecke am 31.5.1975 (Die Teilstrecke Butzbach/Griedel - Rockenberg wurde am 1.5.1909 eröffnet, die Teilstrecke Rockenberg - Bad Nauheim am 2.4.1910).

Siedlungsentwicklung:

Nördlich des Ortskerns ehemaliges Kloster Marienschloß, jetzt Jugendgefängnis

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481308, 5588334
UTM: 32 U 481241 5586539
WGS84: 50.43057° N, 8.735879° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

440022020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2698, davon 2317 Acker, 382 Wiesen, 1443 Wald
  • 1961 (Hektar): 949, davon 203 Wald (= 21.39 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 2365, davon 557 evangelisch (= 23.55 %), 1787 katholisch (= 75.56 %)
  • 1970: 2495 Einwohner

Diagramme:

Rockenberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1206: Herrschaft Münzenberg
  • 1255: Herrschaft Falkenstein (Licher Linie)
  • 1417: Grafschaft Eppstein-Königstein
  • 1535: Grafschaft Stolberg-Königstein
  • 1581: Kurfürstentum Mainz, Kellerei Rockenberg
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amt und Kellerei Vilbel und Rockenberg, Amtsvogtei Rockenberg
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Oberhessen, Amt Rockenberg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Rockenberg
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Butzbach
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Butzbach
  • 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Friedberg (verlegt aus Butzbach)
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis

Altkreis:

Friedberg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Friedberg
  • 1840: Landgericht Butzbach
  • 1879: Amtsgericht Butzbach

Herrschaft:

Ursprünglich Besitz der Ritter von Bellersheim, genannt Rockenberg

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Gemeinde s. Rockenberg. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Rockenberg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Nach einem Zusatz von späterer Hand schenken 1150 Adalbert und seine Söhne Friedrich und Konrad genannte Leibeigene aus Rockenberg an das Kloster Schiffenberg.
  • 1191 nimmt Erzbischof Konrad von Mainz das Stift Retters nach dem Vorbild Erzbischof Heinrichs in seinen Schutz und bestätigt seinen Besitz u.a. in Rockenberg.
  • 1206 erwarb Cuno von Münzenberg vom Mainzer St. Stephansstift Hufen u.a. zu Rockenberg.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1276: Vizepleban

Pfarrzugehörigkeit:

1313 eigenständige Pfarrei

Patronat:

Pfalzgrafen bei Rhein

2. Hälfte 13. Jahrhundert: pfalzgräfliches Lehen der Herren von Eppstein

1338: Schenkung an das Kloster Marienschloß durch die Herren von Eppstein

1368: Erneuerung der Schenkung

1392: Kloster Marienschloß

Klöster:

Beginen:

1332 wird von der neu erbauten Klause in Rockenberg berichtet.

Bekenntniswechsel:

Erste evangelische Predigten durch Kaspar Göbel Mitte der 1520er Jahre, schaffte 1528 die Messe ab. Einführung der Reformation wahrscheinlich Mitte der 1540er Jahre.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Konrad Wachholder 1563-1568

Katholischer Bekenntniswechsel: 1588, danach wieder lutherisch, 1602-1633(?) erneut katholisch, unter schwedischer Herrschaft für kurze Zeit wieder evangelisch, 1635 endgültig katholisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzbistum Mainz, Archidiakonat Mariengreden, Dekanat Friedberg, Sendbezirk Rockenberg

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Hartmann Rueb 1589-1596; 1910 Volksschule mit drei Klassen, Schulhaus von 1907

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Klappermühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Rockenberg, Wetteraukreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11952> (Stand: 28.1.2025)