Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5025 Hönebach
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 56. Hönebach

Weitere Informationen

Raßdorf

Ortsteil · 255 m über NN
Gemeinde Wildeck, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18,5 km südöstlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Kurzes Straßendorf (Wildecker Straße = K 62) an der Suhl am Südrand des Richelsdorfer Gebirges unmittelbar an der südlich verlaufenden heutigen Landesgrenze zum Freistaat Thüringen.

Am Südrand verläuft die Eisenbahnlinie Bebra – Gerstungen (Inbetriebnahme der Strecke 25.9.1849), im Norden verlaufen die A 4 Richtung Erfurt sowie die Eisenacher Str. (L 3251).

Ersterwähnung:

1538

Siedlungsentwicklung:

Im Bereich der Gemarkung Raßdorf fanden Hinweise auf Wüstungen, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten.

Die Lage von Raßdorf ist über Jahrhunderte durch ihre Grenzlage zwischen Hessen und Thüringen gekennzeichnet. Mit der innerdeutschen Teilung nach 1945 verschärft sich die Randlagenfunktion, durch die Raßdorf von traditionellen Verbindungsstrecken abgeschnitten wird.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Wildeck.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3568753, 5646100
UTM: 32 U 568652 5644281
WGS84: 50.946058° N, 9.977242° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632020040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 105, davon 64 Acker (= 60.95 %), 10 Wiesen (= 9.52 %), 17 Holzungen (= 16.19 %)
  • 1961 (Hektar): 960, davon 860 Wald (= 89.58 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1747: 10 und 13 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 88, davon 87 evangelisch (= 98.86 %), 0 katholisch, 1 Juden (= 1.14 %)
  • 1961: 198, davon 182 evangelisch (= 91.92 %), 16 katholisch (= 8.08 %)
  • 1970: 232

Diagramme:

Raßdorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1480-1733: Herzogtum Sachsen-Eisenach, Amt Gerstungen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Nentershausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Assitenzamt Nentershausen
  • 1826: Justizamt Nentershausen
  • 1827: Justizamt Nentershausen
  • 1834: Justizamt Rotenburg I
  • 1836: Justizamt Rotenburg
  • 1837: Justizamt Nentershausen
  • 1867: Amtsgericht Nentershausen
  • 1879: Amtsgericht Nentershausen
  • 1932: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
  • 1933: Amtsgericht Obersuhl

Herrschaft:

Die Herrschaft über Raßdorf im hessisch-thüringischen Grenzraum war lange Zeit strittig. 1433 ist Raßdorf zur Hälfte fuldisches Lehen der von Boyneburg. Im 15. Jahrhundert kommt es wiederholt zu Verpfändungen des fuldischen Amtes Gerstungen, zu dem Raßdorf gerechnet wurde, an die Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen. Vom 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert gibt es dann Streitigkeiten zwischen Hessen und Sachsen, die erst 1733 in einem Abkommen zwischen den Regierungen in Kassel und Weimar zugunsten von Hessen beigelegt werden.

Ein Teil des Dorfes, der Hof der Vultejus, gehörte bis 1733 nach Sachsen-Eisennach und kam dann zum Amt Nentershausen, der andere Teil wurde zum Amt Rotenburg gerechnet.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil der Gemeinde Wildeck eingegliedert.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1604 war der Hof Rastorf Filial von Seulingsee, 1747 nach Bosserode eingepfarrt, 1872 größtenteils nach Großensee, dann nach Dankmarshausen. Mit der Gründung der Pfarrstelle in Bosserode 1980 wurde es hier eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Raßdorf, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3122> (Stand: 29.8.2025)