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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Ransbach

Weitere Informationen

Ransbach

Ortsteil · 305 m über NN
Gemeinde Hohenroda, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld – Philippsthal/Heimboldshausen (Inbetriebnahme der Strecke 27.9.1912) bis zur Stilllegung der Strecke am 1.11.1969.

Ersterwähnung:

1254

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Heringen.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • ville (1330)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1920

Älteste Gemarkungskarte:

1706

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3564240, 5632782
UTM: 32 U 564140 5630968
WGS84: 50.826876° N, 9.910697° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632010050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 599, davon 456 Acker (= 76.13 %), 96 Wiesen (= 16.03 %), 1 Holzungen (= 0.17 %)
  • 1961 (Hektar): 1168, davon 511 Wald (= 43.75 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 53 Hausgesesse
  • 1585: 53 Hausgesesse
  • um 1610: 53 Hausgesesse
  • 1628: 53 Hausgesesse
  • 1673: 28 Hausgesesse
  • 1747: 71 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1826: 63 steuerpflichtige Häuser mit 377 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Müller, 1 Wirt, 2 Schmiede, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Maurer, 1 Dachdecker, 1 Schuhmacher und -flicker, 1 Leinweber, 1 Schneider, 2 Küfer, 1 Seifensieder, 2 Musikanten, 4 Schäfer, 24 Tagelöhner, 1 Spinnerin
  • 1885: 545, davon 545 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 1418, davon 1330 evangelisch (= 93.79 %), 76 katholisch (= 5.36 %)
  • 1970: 1557

Diagramme:

Ransbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

1254 schenkt der Abt von Hersfeld seinen Mitbrüdern in Ransbach zur freien Verfügung schenkt, die ihnen einst vom Ministerialen des Klosters, Ritter Volpert von Ellenbach, Burgmann in Krayenburg (Wartburgkreis) übertragen wurden. Durch seinen Vorgänger, Abt Ludwig [I.], wurden diese Güter dem Kloster gewaltsam entzogen und Ritter Markward von Mansbach als Lehen gegeben.

1279 stimmt der Abt von Hersfeld dem Erwerb von drei Hufen in Ransbach durch das Kloster Kreuzberg zu. 1325 bekräftigt Heinrich von Heringen die in den Jahren 1313 und 1315 mit dem Kloster Kreuzberg geschlossenen Verträge über Hufen in Ransbach und Malkomes hat.

1330 übereignet der Abt von Hersfeld den Brüdern Ludwig und Apel von Krayenburg zwei auf dem Gebiet des Dorfs Ransbach gelegene Hufen, die sie bisher nach Lehnrecht vom Kloster Hersfeld besaßen und die sie den Nonnen des Klosters Kreuzberg verkauft haben.

1482 gehört ein Gut zu Ransbach zum hessischen Burglehen des Johann Schaufuß, Burgmann zu Alsfeld.

Mit dem Übergang zur Frühen Neuzeit ist Ransbach ein Dorf des hersfeldischen, später landgräflichen Amts Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1826 ist die Herrschaft in Ransbach vollumfänglich in den Händen der Kurfürsten von Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.9.1968 wurde im Zuge der hessischen Gebietsreform die Gemeinde Glaam eingegliedert. Am 1.2.1971 wurden beide zu Ortsteilen der neu gebildeten Gemeinde Hohenroda.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Wichtigster Grundherr ist seit Mitte des 13. Jahrhunderts die Abtei Hersfeld, die Teile von Ransbach an das Kloster Kreuzberg abgeben (vgl. Herrschaft).
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche als kleiner Saalbau mit dreiseitigem Schluss und Haubendachreiter 1764/65 errichtet, 1965 renoviert und erweitert

Pfarrzugehörigkeit:

1585 ist Ransbach nach Schenklengsfeld eingepfarrt, 1826 Filialkirche davon. 1854 wird es selbständige Pfarrei mit Vikariat Ausbach, so auch 1872 und 1994

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1826 ist ein Schulhaus vorhanden

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1826 befinden sich drei Mahlmühlen hinterm Dorf, die mit dem Wasser der Tränk angetrieben werden.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ransbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3272> (Stand: 20.5.2026)