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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 43. Altmorschen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Oberellenbach

Weitere Informationen

Oberellenbach

Ortsteil · 220 m über NN
Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,7 km nordwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Ostrand des Knüllwaldes am Holzgrabens (Erlenbach), einem südwestlichen Zufluss in die Fulda. Kirche mit Wehrkirchhof auf spornartiger Erhebung westlich oberhalb des ältesten Ortskerns mit Lindenplatz. Ortsumgehung im Westen druch K 67 Richtung Niederellenbach.

Ersterwähnung:

1146

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Vgl. Niederellenbach. Eine Differenzierung zwischen Ober- und Niederellenbach erfolgt erstmals 1288, wird aber in der Folge nicht konsequent durchgehalten.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • vorwerg (1352)
  • villa (1358)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1911

Älteste Gemarkungskarte:

1758

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3544733, 5654648
UTM: 32 U 544641 5652826
WGS84: 51.025252° N, 9.636537° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632001080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 543, davon 395 Acker (= 72.74 %), 70 Wiesen (= 12.89 %), 10 Holzungen (= 1.84 %)
  • 1961 (Hektar): 543, davon 18 Wald (= 3.31 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 54 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 65 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1765-1768: 80 Häuser mit 334 Bewohnern; Gewerbetreibende: 2 Hufschmiede, 4 Schneider, 2 Wagner, 1 Wirt, 1 Branntweinbrauer, 1 Krämer, 5 Leinweber und Tagelöhner, 20 Ackerleute und Leinweber, 1 Kuhhirte, 6 Schäfer, 6 einzelne Weibspersonen [HStAM Best. 49 d, Rotenburg Nr. 212]
  • 1885: 430, davon 430 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 460, davon 425 evangelisch (= 92.39 %), 32 katholisch (= 6.96 %)
  • 1970: 442

Diagramme:

Oberellenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht Baumbach
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, erster Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

Die Entwicklung ist eng mit der von Niederellenbach verknüpft. Den Landgrafen gelingt es im 14. und 15. Jarhhundert, den Einfluss der Abtei Hersfeld zurückzudrängen und die Herrschaft über Oberellenbach uneingeschränkt zu erringen. 1538 gehört das Dorf mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrift dem Landgrafen.

Im 18. Jahrhundert haben die Landgrafen die Ortsherrschaft vollumfänglich inne.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Oberellenbach wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Ursprünglich Besitz des Klosters Kloster Hersfeld.
  • 1352 übereignet ein Bürger aus Rotenburg sein Vorwerk in Oberellenbach dem Kloster Heydau. 1362 kommt es zu einem Gütertausch zwischen den Klöster Heydau und Cappel, bei dem u.a. die Güter und Einkünfte aus Ellenhausen an Heydau fallen.

Zehntverhältnisse:

1239 gelangt der Zehnte zu Ellenbach von Graf Gottfried von Reichenbach an Kloster Haina

Ortsadel:

1146-1254

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • pleban (1379)
  • ecclesia (1425-1428)
  • ecclesia parochialis (1437)
  • Hoher spätgotischer Chorturm, Obergeschoss 1522 datiert, Schiff als schlichter Saalbau 1778 von Philipp Noll errichtet.

Pfarrzugehörigkeit:

1585 Pfarrkirche ohne Filial, 1747, 1766 und 1872 gehört Niederellenbach dazu, 1994 ist Oberellenbach Muttergemeinde für Licherode, Niederellenbach und Sterkelshausen

Patronat:

1437 und 1585 ist Kloster Hersfeld Patronatsherr der Pfarrkirche

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Schorgel ca. 1527 bis ca. 1558

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Braach

Kultur

Schulen:

1765-1768: Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Gipsabbau nordwestlich des Ortes

Mühlen:

1305 tauschen das Kloster Heydau mit Ludwig Zopf und dessen Frau Gertrud aus Oberellenbach zwei Hofställe in Niedermorschen gegen die klösterliche Mühle in Ellenbach. Um welche es sich hierbei handelt, ist nicht feststellbar.

1579 und 1765-1768 werden 3 Mühlen aufgeführt: Ober-mühle (vermutlich identisch mit der Schlegelsmühle), Mittel-Mühle und Ried- oder Unter-Mühle

Die Obermühle (Oberer Ellenbach 32) wurde mit dem Wasser des Ellenbaches über eine Turbine bis 1970 angetrieben.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberellenbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3118> (Stand: 9.7.2025)