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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 54. Ludwigseck

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Niederthalhausen

Ortsteil · 275 m über NN
Gemeinde Ludwigsau, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf am Ostrand des Knüllgebirges mit einfachem, regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte an der Mündung des Endersbach in den Rohrbach. Ummauerte Kirche in zentraler Lage. Durch den Ort führt als Hauptachse die Brunnenstraße/Zur Hardt, die am Ortsrand auf die parallel zum Rohrbach durch das Tal führende L 3254 (Tanner Straße) stößt

Ersterwähnung:

1327

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Die ältesten Schriftquellen ohne präzisierenden Bestimmungsteil differenzieren nicht zwischen Nieder- und Oberthalhausen. Der Beleg von 1327 könnte auch auf Hof Thalhausen bei Schenklengsfeld zu beziehen sein.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1910

Älteste Gemarkungskarte:

1768

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3545539, 5646029
UTM: 32 U 545447 5644210
WGS84: 50.947718° N, 9.646946° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632012090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 379, davon 177 Acker (= 46.70 %), 56 Wiesen (= 14.78 %), 106 Holzungen (= 27.97 %)
  • 1961 (Hektar): 1123, davon 778 Wald (= 69.28 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 35 Hausgesessene (von Riedesel)
  • 1747: 38 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1779: 39 Feuerstätten mit 251 Menschen; Gewerbetreibende: 10 Ackerleute, so zugleich Leineweber, 1 Büttner, 1 Leineweber, 2 Müller, 2 Schmiede, 4 Schneider, 1 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Zimmermann, 2 Wagner, 3 einzelne Weibspersonen, so sich vom Tagelohnen und Spinnen nähren
  • 1885: 234, davon 233 evangelisch (= 99.57 %), 0 katholisch, 1 Juden (= 0.43 %)
  • 1961: 213, davon 207 evangelisch (= 97.18 %), 6 katholisch (= 2.82 %)
  • 1970: 208

Diagramme:

Niederthalhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1403: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Gericht in der Rohrbach (jedoch mit Sonderstatus aufgrund konkurrierender Hersfelder Rechte; vgl. auch Herrschaft)
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht in der Rohrbach (nicht zum Amt Rotenburg gehörig)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht in der Rohrbach (von Riedesel)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg, Freiherrlich Riedeselisches Gericht
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Ober-Geis
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Neuenstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • Riedelsches Gericht Ersrode
  • 1821: Justizamt Rotenburg
  • 1836: Justizamt Rotenburg II
  • 1822: Assistenzamt Neuenstein
  • 1824: Justizamt Rotenburg
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

Mitte des 14. Jahrhunderts sind Herrschaftsrechte der Reichsabtei Hersfeld nachweisbar. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts erwerben und reklamieren die Landgrafen Gerichtsrechte und geben diese zu Lehen aus. Das Gericht in der Rohrbach, zu dem Niederthalbach gehört, wird hessisches Lehen der Grafen von Waldeck, die es an die von Beenhausen und die von Lilienberg weiter verlehnten. 1420 kommen die von Röhrenfurth in Teil- und ab 1421 in den Lehensbesitz. Seit 1432 (zuletzt 1825) werden die von Riedesel mit dem Gericht in der Rohrbach belehnt. Anders als die Dörfer Rohrbach und Tann gehört die Dorfschaft Niederthalbach in der Frühen Neuzeit zum Freiherrlich Riedeselischen Gericht.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden in die neu gebildete Gemeinde Ludwigsau eingegliedert.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirchenschiff mit gotischen Lanzettfenstern 1802 erhöht, ursprünglich quadratischer Chor gotisch. 1896 und1963 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1569, 1585, 1779, 1872 und 1994 Filial von Beenhausen mit dem eingepfarrten Oberthalhausen. Zu Niedertalhausen gehören 1872 der Hof Trunsbach und die Schmittenmühle

Patronat:

Freiherren von Riedesel

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1779 ist ein Schulhaus vorhanden, 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1779 werden zwei Mühlen im Dorf genannt, die bereits in der Schleensteinkarte (1708/10) verzeichnet sind. Die sogenannte Heilige Mühle befand sich am südwestlichen Ortseingang und wurde über ein oberschlächtiges Wasserrad mit dem Wasser des Endersbaches bis 1961 betrieben. Die Dorfmühle in der Mitte wurde mit dem Wasser des Rohrbaches - ebenfalls über ein oberschlächtiges Wasserrad - bis 1937 betrieben.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niederthalhausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3117> (Stand: 12.9.2025)