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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 44. Seifertshausen
Gerichtsstätten
Anger in Niedergude

Niedergude

Ortsteil · 250 m über NN
Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,6 km nördlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Besiedlung an der in die Fulda fließenden Gude. Kirche und ummauerter Anger in zentraler Lage, ehemaliges Freigut im Südosten. Durch den Ort führt, in der Mitte nach Osten abknickend, als Hauptachse in N-S-Richtung die L 3304 (Rotenburger Straße)

Ersterwähnung:

1344

Vorbemerkung Historische Namensformen:

In den frühen Quellen ohne präzisierenden Bestimmungsteil sind Nieder- und Obergude zunächst formal nicht zu unterscheiden. Die Differenzierung in den Schriftquellen setzt erst 1344 ein. Obergude besitzt jedoch die ältere Pfarrkirche, der die von Niedergude als Filiale angeschlossen war. Daher sind die frühen Belege auf Obergude bezogen.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1872

Älteste Gemarkungskarte:

1765

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3549533, 5657990
UTM: 32 U 549439 5656166
WGS84: 51.054897° N, 9.705404° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632001070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 473, davon 353 Acker (= 74.63 %), 54 Wiesen (= 11.42 %), 37 Holzungen (= 7.82 %)
  • 1961 (Hektar): 448, davon 27 Wald (= 6.03 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 30 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 38 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 287, davon 287 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 327, davon 315 evangelisch (= 96.33 %), 11 katholisch (= 3.36 %)
  • 1970: 307

Diagramme:

Niedergude: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1498: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Gerichtsstuhl Seifertshausen
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, anderer Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Bebra
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

1336 haben die Landgrafen von Hessen Hessen die Herrschaft in der Gude inne. Die Landgrafen vergeben Burglehen aus Niederguda. 1484 und in der Folge werden die von Wehrn, dann die von Cornberg mit dem Freigut und mehreren Hufen in und um Niederguda belehnt.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Niedergude wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 14. Jahrhundert erwirbt Kloster Blankenheim Besitz in Niedergude. Ebenso ist Kloster Heydau in Niedergude begütert.

Zehntverhältnisse:

1430 verkauft Kloster Blankenheim den Zehnten in Niedergude an Bürger

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche an der Stelle eines Vorgängerbaus 1829-1830 als Saalbau unter Walmdach errichtet, 1964 und 1989 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1585, 1872 und 1994 zu Obergude

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Obergude, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberguder Pfarrer Wilhelm Mosebach um 1538.

Kultur

Schulen:

1765 Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Die Dorfmühle am Ausgang von Niedergude (Mühlenstraße 4) mit einem Walzenstuhl und einem Mahlgang wurde mit dem Wasser der Gude bis 1926 über ein oberschlächtiges Wasserrad betrieben, danach über eine Turbine.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niedergude, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3116> (Stand: 17.4.2025)