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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 43. Altmorschen
Gerichtsstätten
Linde in Niederellenbach

Weitere Informationen

Niederellenbach

Ortsteil · 183 m über NN
Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,5 km nordwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Ostrand des Knüllwaldes unmittelbar am südwestlichen Zufluss des Holzgrabens (Erlenbach) in die Fulda. Kirche mit Wehrkirchhof, Mauer und Linde am Nordwestrand, Hauptachsen sind die sich in der Mitte treffende K 68 (Konnefelder Straße) und die K 67 (Heinebacher Straße), wobei letztere über die Fulda zum gegenüberliegenden Heinebach führt (Neubau einer massiven gewölbten Brücke zu Niederellenbach 1868-1870)

Ersterwähnung:

1146

Vorbemerkung Historische Namensformen:

vgl. Oberellenbach. Eine Differenzierung zwischen Ober- und Niederellenbach erfolgt erstmals 1288, wird aber in der Folge nicht konsequent durchgehalten.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1308)
  • Dorfschaft (18. Jahrhundert)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1913

Älteste Gemarkungskarte:

1757

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3545996, 5656459
UTM: 32 U 545904 5654636
WGS84: 51.04143° N, 9.654767° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632001060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 249, davon 174 Acker (= 69.88 %), 38 Wiesen (= 15.26 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 252, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 21 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 36 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766-68: 43 Feuerstätten, 213 Personen; Gewerbetreibende: 2 Müller, 1 Wirt, 1 Wagner, 1 Schreiner, 2 Schmiede, 1 Maurer, 2 Schneider, 16 Leineweber und Ackerleute, 5 Leineweber und Tagelöhner, 3 einzelne Weibspersonen so spinnen und tagelöhnen, 2 Garnisonssoldaten, 2 Schäfer, 1 Schweinehirt (HStAM Best. 49 d, Rotenburg Nr. 203]
  • 1885: 226, davon 225 evangelisch (= 99.56 %), 1 katholisch (= 0.44 %)
  • 1961: 367, davon 332 evangelisch (= 90.46 %), 27 katholisch (= 7.36 %)
  • 1970: 352

Diagramme:

Niederellenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht Baumbach
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, erster Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

Die Entwicklung ist eng mit der von Oberellenbach verknüpft.

Den Landgrafen gelingt es im 14. und 15. Jarhhundert, den Einfluss der Abtei Hersfeld zurückzudrängen und die Herrschaft über Niederellenbach uneingeschränkt zu erringen. 1362 verpfändet Hermann von Bebra mit Zustimmung des Landgrafen Heinrich von Hessen sein Burglehen in Niederellenbach. 1376 gehen Burglehen von den Landgrafen als Pachteinkünfte an Seman von Leimbach und an Heinrich von Rotenburg. Im 18. Jahrhundert haben die Landgrafen die Ortsherrschaft vollumfänglich inne.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Niederellenbach wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Ursprünglich Besitz des Klosters Kloster Hersfeld.
  • Dem Kloster Cappel werden 1197 von Papst Coelistin III. Einkünfte in Höhe von insgesamt 33 1/2 Schilling in Kalplatz, Danzelar, Heidelbach und Ellenbach bestätigt.
  • Werner, Sohn des Heinrich von Reichenbach, bekundet 1288, dass er seine Güter zu Niederellenbach dem Kloster Heydau verkauft und zu eigen übergeben hat. 1308 wird ein Streit zwischen der Gemeinde Niederellenbach und dem Kloster Heydau von den Schöffen zu Rotenburg verhandelt.
  • 1355 verschreiben die von Leimbach ihrer Schwester, der Klosterfrau Odegard im Benediktinerinnenkloster Kreuzberg, Gülten in Sterkelshausen und Niederellenbach.
  • 1362 kommt es zu einem Gütertausch zwischen den Klöster Heydau und Cappel, bei dem u.a. die Güter und Einkünfte aus Ellenhausen an Heydau fallen.
  • 1377 hat auch Kloster Cornberg Pachteinnahmen in Niederellenbach.

Zehntverhältnisse:

1239 gelangt der Zehnte zu Ellenbach von Graf Gottfried von Reichenbach an Kloster Haina

1388 und 1408 erhält Kloster Heydau den Zehnten

Ortsadel:

1146-1254

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • sacerdos (1252)
  • Kleiner gewesteter, im Kern romanischer Saalbau, 1589 verändert, 1677 östlich vergrößert, 1845 erhöht, 1977 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1560 von Braach zu Konnefeld gezogen, 1585 aber wieder bei Braach, bei dem es mit kurzer Unterbrechung (1629 bei Konnefeld) bis 1706 blieb. In diesem Jahr mit Konnefeld vereinigt und selbständige Pfarrei, 1747, 1766 und 1872 wieder Filial von Oberellenbach. 1994 Muttergemeinde mit den Filialen Licherode, Niederellenbach und Sterkelshausen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Braach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1536.

Kultur

Schulen:

1766-68 ist eine Schule vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

In Niederellenbach werden bereits im 18. Jahrhundert die Obermühle am Südwestrand und die Untermühle am Nordrand mit dem Wasser des Holzgrabens (Ellenbach) über oberschlächtige Wasserräder angetrieben. In der Obermühle wurde 1939 eine Turbine eingesetzt, die Untermühle stellte 1969 ihren Betreib ein.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niederellenbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3115> (Stand: 14.4.2025)