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Historisches Ortslexikon

Niederdorfelden

Gemeinde · 111 m über NN
Gemeinde Niederdorfelden, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km nordwestlich von Hanau

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Vilbel/Nord – Nidderau/Heldenbergen-Windecken ("Niddertalbahn II") (Inbetriebnahme der Strecke 1.6.1907).

Ersterwähnung:

792

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (784-803)
  • Flecken

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3485905, 5562044
UTM: 32 U 485836 5560259
WGS84: 50.194353° N, 8.80156° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

435022000

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 655, davon 534 Acker (= 81.53 %), 30 Wiesen (= 4.58 %), 54 Holzungen (= 8.24 %)
  • 1961 (Hektar): 654, davon 52 Wald (= 7.95 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1587: 30 Schützen, 18 Spießer
  • 1616: 53 Haushaltungen
  • 1632: 31 Haushaltungen
  • 1753: 69 Haushaltungen mit 360 Personen
  • 1812: 83 Feuerstellen, 588 Seelen
  • 1885: 735, davon 724 evangelisch (= 98.50 %), 11 katholisch (= 1.50 %)
  • 1961: 1322, davon 1045 evangelisch (= 79.05 %), 247 katholisch (= 18.68 %)
  • 1970: 2455 Einwohner

Diagramme:

Niederdorfelden: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 792: in pago Nitachgowe
  • 1787: Landgrafschaft Hessen, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Windecken
  • 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Windecken (Militärverwaltung)
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Windecken
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Windecken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Hanau
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Landkreis Hanau
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hanau
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Hanau
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Hanau
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Hanau
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis

Altkreis:

Hanau

Gericht:

  • Amtsgericht Windecken
  • 1822: Landgericht Hanau
  • 1823: Justizamt Windecken
  • 1867: Amtsgericht Windecken
  • 1943: Amtsgericht Hanau

Herrschaft:

1368 erhält Ulrich III. von Hanau von Kaiser Karl IV. eine Stadtrechtsurkunde, in der er dem Ort die Freiheiten und Rechte von Hanau verleiht.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 800 erhält Kloster Lorsch eine Privatschenkung in Dorfelden.
  • 1234 benennen sich die Herren von Hanau nach der Burg Dorfelden.
  • 1266 sind die Herren von Falkenstein im Besitz der halben Burg, die sie zeitweise von Fulda zu Lehen trugen.
  • 1288 treten sie diese Hälfte an die Herren von Hanau ab.
  • 1333 wird sie dem Herzog Ruldolf von Sachsen zu Lehen aufgetragen.

Ortsadel:

1166-1701

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1374: Kapelle
  • seit 1966 eigenständige Pfarrei

Patrozinien:

  • Georg (Georgius)

Pfarrzugehörigkeit:

bis 1965 Filiale von Oberdorfelden

Patronat:

1266 besitzen die von Falkenstein das halbe Patronatsrecht. 1497 haben die von Dorfelden das Patronatsrecht der Kapelle St. Georg

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Reinhard Rein ca. 1548

Reformierter Bekenntniswechsel

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Mühle an einem vom Bachlauf der Nidder abzweigenden Mühlgraben.1960 wurde die Getreidemühle stillgelegt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niederdorfelden, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12413> (Stand: 28.11.2022)