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Historisches Ortslexikon

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5023 Ludwigseck
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 54. Ludwigseck

Weitere Informationen

Beenhausen

Ortsteil · 310 m über NN
Gemeinde Ludwigsau, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Rohrbach am Ostrand des Knüllgebirges. Kirche in zentraler Lage. Durch den Ort führt parallel zum Bach als Hauptachse die L 3254 (Ludwigsecker Straße)

Ersterwähnung:

1179

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1179)
  • Dorf (1391)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1912

Älteste Gemarkungskarte:

1872

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3544426, 5647929
UTM: 32 U 544334 5646109
WGS84: 50.964882° N, 9.631341° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632012010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 245, davon 134 Acker (= 54.69 %), 42 Wiesen (= 17.14 %), 6 Holzungen (= 2.45 %)
  • 1961 (Hektar): 793, davon 501 Wald (= 63.18 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 30 Hausgesessene (Hersfeld)
  • 1747: 28 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1779: 34 Feuerstätten mit 171 Menschen; Gewerbetreibende: 10 Ackerleute, so zugleich Leinweber, 1 Büttner, 2 Müller, 1 Hufschmied, 1 Schuster, 1 Schneider ist aber Soldat, 1 Schreiner, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Brandweinbrenner und Schenker, 1 Tagelöhner, 3 einzelne Weibspersonen so sich vom Taglohnen und Spinnne nähren.
  • 1885: 225, davon 224 evangelisch (= 99.56 %), 0 katholisch, 1 Juden (= 0.44 %)
  • 1961: 247, davon 240 evangelisch (= 97.17 %), 7 katholisch (= 2.83 %)
  • 1970: 236

Diagramme:

Beenhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1403: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Gericht in der Rohrbach (jedoch mit Sonderstatus aufgrund konkurrierender Hersfelder Rechte; vgl. auch Herrschaft)
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht in der Rohrbach (nicht zum Amt Rotenburg gehörig)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht in der Rohrbach
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg, Freiherrlich Riedeselisches Gericht
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Ober-Geis
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Neuenstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • Riedeselsches Gericht Ersrode
  • 1821: Justizamt Rotenburg
  • 1836: Justizamt Rotenburg II
  • 1822: Assistenzamt Neuenstein
  • 1824: Justizamt Rotenburg
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

1179 überträgt der Abt von Hersfeld mehrere genannte Güter in Beenhausen, die bisher von Hersfelder Brüdern genutzt wurden, wieder an einen gewissen Rubbert gegen die Zahlung eines jährlichen Zinses übertragen hat.

1360 bekundet Heinrich von Rotenburg, dass ihm die Brüder Johann und Thilo von Beenhausen ihre Güter samt Zubehör in Beenhausen übergeben haben. Beenhausen gehört in der Folge zum Gericht in der Rohrbach, das zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen lange Zeit strittig ist, so dass die Herrschafts- und Gerichtsverhältnisse nicht einfach darzustellen sind. 1391 lassen die von Beenhausen und die von Lilienberg in dem Rorbach in dem Dorf Beenhausen an ihrem Erbgerichte nach ihren Rechten und Freiheiten fragen.

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts erwerben und reklamieren die Landgrafen Gerichtsrechte und geben diese zu Lehen aus. Das Gericht in der Rohrbach wird hessisches Lehen der Grafen von Waldeck, die es an die von Beenhausen und die von Lilienberg weiter verlehnten. 1420 kommen die von Röhrenfurth in Teil- und ab 1421 in den Lehensbesitz. Seit 1432 werden die von Riedesel mit dem Gericht in der Rohrbach belehnt. Anders als die Dörfer Rohrbach und Tann gehört die Dorfschaft Beenhausen in der Frühen Neuzeit zum Freiherrlich Riedeselischen Gericht.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Zusammenschluss der Gemeinden Beenhausen, Ersrode, Hainrode und Oberthalhausen zur zwischenzeitlich gebildeten Gemeinde Ludwigseck. Nach deren Auflösung (31.7.1972) wurden die einzelnen Ortsteile am 1.8.1972 in der Gemeinde Ludwigsau eingegliedert.

Besitz

Ortsadel:

1179-1420

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • sacerdotes (1298)
  • pleban (1362)
  • ecclesia (1425-1428)
  • Kirche als Saalbau 1783 errichtet, 1954 und 1985-87 renoviert

Patrozinien:

  • Margarethe

Pfarrzugehörigkeit:

1569 gehören Gerterode, Ober- und Niederthalhausen dazu, 1585 außerdem Heyerode, Ersrode, Hainrode und Mündershausen. 1779 werden Ersrode, Haynrode, Ober- und Niederthalhausen, Gerterode und der Hof Heyerode als Filialen genannnt. 1872 sind Gerterode, Niederthalhausen (mit Oberthalhausen) und Ersrode (mit Hainrode) Filialen, 1893 wird Gerterode nach Rohrbach umgepfarrt. 1994 besteht das Kirchspiel Beenhausen aus den Filialen Ersrode (mit Hainrode) und Niedertahlhausen (mit Oberthalhausen)

Patronat:

1460 hat Kloster Hersfeld das Patronat inne, 1569 und 1585 die Riedesel

Diakonische Einrichtung:

1926 eine Diakoniestation mit einer Schwester Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 312

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Georg Wolfart 1569-1570

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Braach

Kultur

Schulen:

1779 wird ein Schulhaus erwähnt, 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1779 sind zwei Mühlen vorhanden. Die Dorfmühle am Nordrand von Beenhausen wird mit dem Wasser des Rohrbaches und zeitweise auch des Stillerbaches betrieben. 1948 Ausstausch des Wasserrades gegen eine Turbine, der Betrieb wird 1985 eingestellt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Beenhausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2993> (Stand: 10.9.2025)