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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 23. Dieburg

Nieder-Modau

Stadtteil · 230 m über NN
Gemeinde Ober-Ramstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10 km südöstlich von Darmstadt

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Im Nordwesten der Ortsgemarkung auf dem Schlossberg Wallgrabeneste einer namentlich nicht genannten Burg.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481235, 5518171
UTM: 32 U 481167 5516403
WGS84: 49.799788° N, 8.738306° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

432016010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1920, davon 1061 Acker, 176 Wiesen, 629 Wald
  • 1961 (Hektar): 480, davon 158 Wald (= 32.92 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1829: 606 Einwohner
  • 1961: 1019, davon 824 evangelisch (= 80.86 %), 184 katholisch (= 18.06 %)
  • 1970: 1326 Einwohner

Diagramme:

Nieder-Modau: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgraschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen, Amt Lichtenberg, Cent Ober-Ramstadt, Ober-Ramstädter Reiswagen
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Lichtenberg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Lichtenberg
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Domaniallande, Provinz Starkenburg, Amt Lichtenberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Reinheim
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Dieburg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Darmstadt
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg

Altkreis:

Darmstadt

Gericht:

  • 1516: zur Cent Ober-Ramstadt
  • 1821: Landgericht Lichtenberg
  • 1848: Landgericht Reinheim
  • 1879: Amtsgericht Reinheim
  • 1968: Amtsgericht Darmstadt

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1971 Zusammenschluss mit der Gemeinde Ober-Modau zur Gemeinde Modau

Seit 1977 ist Modau ein Stadtteil von Ober-Ramstadt

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 13. Jahrhundert sind die Grafen von Katzenelnbogen im Besitz des Ortes und der Kirche.
  • 1457 verpfändet Graf Philipp von Katzenelnbogen Modau dem Pfalzgrafen Friedrich. Im 16. Jahrhundert hat der Landgraf von Hessen die hohe Obrigkeit.

Zehntverhältnisse:

1305 haben die Grafen von Katzenelnbogen den Zehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Um 1255: Friedhof
  • 1305: Kirche
  • 1368: Pastor

Patrozinien:

  • Pankratius [1489]

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Kirchspiel gehörten: Ober-Modau, Rohrbach, Asbach, Klein-Bieberau, Wbern, Herchenrode, Allertshofen, Hoxhohl und Neutsch. Tochterpfarrei war 1520 Ernsthofen.

Patronat:

1305 haben die Grafen von Katzenelbogen das Patronatsrecht, 1407 ist es zu einem Drittel bei den Herren von Rodenstein, zu zwei Dritteln bei den Grafen von Katzenelnbogen, 1409 erwirbt Katzenelnbogen das Drittel von Rodenstein.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Ewald Poth 1517-1549, seit 1527 lutherischer Pfarrer

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Viktor in Mainz, Landkapitel Groß-Gerau

Kultur

Schulen:

Bis in die 1620er Jahre (Dreißigjähriger Krieg) unterrichten die Pfarrer des Ortes in der Schule; eine besondere Lehrerstelle entsteht nach 1648; 1910 Volksschule mit zwei Klassen; Schulhaus von 1839 für die erste Klasse, Schulhaus von 1869 für zweite Klasse

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Nieder-Modau, Landkreis Darmstadt-Dieburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13486> (Stand: 29.4.2024)