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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 27. Erbach

Nieder-Kinzig

Stadtteil · 187 m über NN
Gemeinde Bad König, Odenwaldkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km nordwestlich von Erbach

Lage und Verkehrslage:

Offenes Dorf im Buntsandsteingebiet des Odenwaldes bei getrennter, doppelseitiger Tallage.

Ersterwähnung:

1408

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Der Beleg von 1012 ohne differenzierendes Bestimmungswort kann nicht eindeutig auf Nieder-Kinzig bezogen werden. Vgl. auch Ober-Kinzig und Mittel-Kinzig

Historische Namensformen:

  • Kincicha, in (1012) [2. Hälfte XII Jh., Codex laureshamensis I, S. 375, Nr. 93]
  • Niderkinczich (1408)
  • Nyder-Kintzig (1454)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3498196, 5513159
UTM: 32 U 498122 5511393
WGS84: 49.755017° N, 8.973923° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

437001080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 969, davon 580 Acker, 62 Wiesen, 267 Wald
  • 1961 (Hektar): 242, davon 65 Wald (= 26.86 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1730: 26 wehrfähige Männer, 7 Beisassen
  • 1829: 359 Einwohner
  • 1961: 398, davon 307 evangelisch (= 77.14 %), 83 katholisch (= 20.85 %)
  • 1970: 582 Einwohner

Diagramme:

Nieder-Kinzig: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Grafschaft Erbach-Schönberg, Herrschaft Breuberg (halb), die andere Hälfte gehörte zum Fürstentum zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort, Cent Kirch-Brombach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Breuberg (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Breuberg (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Breuberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis

Altkreis:

Erbach

Gericht:

  • Centgericht Kirch-Brombach
  • 1820: standesherrliches Amt Breuberg
  • 1822: Landgericht Höchst
  • 1879: Amtsgericht Höchst

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 zur Gemeinde Bad König

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1408 belehnt Pfalzgraf Ruprecht marquard Rabenolt von Ernsthofen mit dem Dorf Nieder-Kinzig, das Moßpach und Henne von Rebich innehaben und von der Pfalz zu fuldischem Lehen rüht. 1717 verkauft Konrad Helwig von Winkelmann Nieder-Kinzig mit allem Zubehör an Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. 1721 wird die allodiale Hälfte beim Erwerb von Klein-Heubach von Löwenstein der Gemeinherrschaft Breuberg zugeteilt. 1806 kommt Nieder-Kinzig mit der Cent Kirch-Brombach an das Großherzogtum Hessen.

Zehntverhältnisse:

1524 hat der Pfalzgraf den Fruchtzehnten.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

zu Kirchbrombach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation ab 1526 durch die Grafen von Wertheim.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule, Schulhaus von 1901

Wirtschaft

Mühlen:

Im 16. Jahrhundert sind zwei Mühlen in Kinzig zum Send Kirchbrombach abgabepflichtig. 1829 werden drei Mahlmühlen aufgeführt. Pudermühle am östlichen Ortsausgang.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Nieder-Kinzig, Odenwaldkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14013> (Stand: 28.2.2025)