Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 27. Erbach
Gerichtsstätten
Nieder-Beerbach, Haingerichtsstätte

Nieder-Beerbach

Ortsteil · 225 m über NN
Gemeinde Mühltal, Landkreis Darmstadt-Dieburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km südöstlich von Darmstadt

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf im Granitgebiet des Odenwaldes mit doppelseitiger Tallage

Historische Namensformen:

  • Berbach (1318)
  • Niedernbeerbach (1363)
  • Berbach (1467)
  • Nieddern Berbach (1485)
  • Nyddern Berbach (1485)
  • Berbach (1549)
  • Bernbach, under (1553)
  • Niedern Berbach (1613)
  • Unterbeerbach

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3476828, 5517188
UTM: 32 U 476762 5515421
WGS84: 49.790796° N, 8.677151° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

432014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3299, davon 1126 Acker, 211 Wiesen, 1837 Wald
  • 1961 (Hektar): 825, davon 451 Wald (= 54.67 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1629: 26 Hausgesessene
  • 1630: 7 Zweispännige, 1 Einspänniger, 11 Einletzige
  • 1829: 552 Einwohner
  • 1961: 1301, davon 1156 evangelisch (= 88.85 %), 125 katholisch (= 9.61 %)
  • 1970: 1376 Einwohner

Diagramme:

Nieder-Beerbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen, Oberamt Darmstadt, Amt Pfungstadt
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Pfungstadt
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Pfungstadt
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Pfungstadt
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Bensheim
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1853: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Darmstadt
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Darmstadt
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt-Dieburg

Altkreis:

Darmstadt

Gericht:

  • Zentgericht Pfungstadt
  • 1821: Landgericht Zwingenberg
  • 1853: Landgericht Darmstadt
  • 1879: Amtsgericht Darmstadt II
  • 1932: Amtsgericht Darmstadt

Herrschaft:

bis 1662 zur Herrrschaft Frankenstein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Mühltal

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1318 fallen bei der Mutscharung der Grafen von Katzenelnbogen Berthold 4 Malter Korn zu. 1402 verleiht König Ruprecht das dorf Nieder-Beerbach und die Dorenbach Konrad von Frankenstein. 1442 belehnt König Friedrich III. Philipp von Frankenstein und seine Vettern Konrad und Hans mit Nieder-Beerbach und Zubehör. 1542 sind die von Frankenstein oberste Gerichts- und Dorfherren, die Zent hat der Landgraf von Hessen. 1545 belehnt Landgraf Philipp von Hessen die von Walbrunn mit ihrem Teil an den Gefällen zu Ober- und Niederbeerbach. 1662 verkaufen genannte Brüder von Frankenstein Nieder-Beerbach als Zubehör des vom Kaiser zu Lehen rührenden Huases Frankenstein. 1682 belehnt Kaiser Leopold I. Landgräfin Elisabeth Dorothea als Vormünderin des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen mit Nieder-Beerbach, wie es zuletzt die von Frankenstein als Reichslehen innehatten.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1385: ecclesia, plebanus

Patrozinien:

  • Katharina; Barbara

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Kirchspiel gehörten Malchen, Schmal-Beerbach, Stettbach, Dunkelbach (wüst), Waldenhausen (wüst) und Frankenstein. Ober-Beerbach war Tochterpfarrei

Patronat:

Das Patronatsrecht hatten die Herren von Frankenstein inne. 1627 hat Frankenstein die Kollatur, doch besitzt der Landgraf von Hessen das ius episcopale.

Diakonische Einrichtung:

Gemeindepflege durch Diakonissen des Elisabethenstift Darmstadt 1919 – 1941 (Angaben basieren auf Mitteilungen des Zentralarchivs der EKHNZA in Darmstadt vom 01.07.2021)

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation: Anfang der 1540er Jahre.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1549 während der Gefangenschaft des Landgrafen, 1552 Wiedereinführung der lutherischen Lehre.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Viktor in Mainz, Landkapitel Bensheim

Kultur

Schulen:

vermutlich Einrichtung einer Schule zu Beginn des 17.Jahrhunderts; 1910 dreiklassige Volksschule; zwei Schulhäuser erbaut 1836 und 1878

Wirtschaft

Mühlen:

Altes Mühlengebäude aus dem 18. Jahrhundert Am Viehtrieb 3

Zoll:

1627 hat der Landgraf von Hessen hier einen Schultheißen und Zöllner.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Nieder-Beerbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13480> (Stand: 29.4.2024)