Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Auswanderungsunruhen in Oberhessen, 7. März 1825

Im Landratsamt von Kirtorf (Vogelsberg) kommt es zu Ausschreitungen, da die Beamten die Ausstellung von Papieren an hessische Auswanderer verweigern. Auch in Büdingen und Schotten gibt es im Februar 1825 jeweils 900 Einwohner und in Nidda ca. 1.600 Einwohner, die nach Brasilien auswandern wollen. Grund ist die Werbung des deutschen Arztes und Abenteurers Georg Anton Schäffer (1779–1836), der seit 1823 in Deutschland um Auswanderwillige im Auftrag von Kaiser Dom Pedro von Brasilien (1825–1891) warb. Neben Bauern suchte Schäffer vor allem Söldner für die brasilianische Fremdenlegion. Die zumeist arme Landbevölkerung folgte dem Aufruf in der Hoffnung auf ein besseres Leben, was aber die Regierung des Großherzogtums zu verhindern suchte. Etwa 10.000 Einwohner sollen zwischen 1824 und 1826 nach Brasilien ausgewandert sein.

Bereits 1823/24 hatte in Frankfurt am Main Dr. Philipp Cretzschmar (1786–1845), der Mitbegründer der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, Auswanderern zur Reise nach Südamerika verholfen.

Ein Gemälde von Carl Rohde (1806–1873) zeigt eine hessische Auswandererfamilie auf dem Weg zur Einschiffung nach Bremen.
(StH/UH)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Auswanderungsunruhen in Oberhessen, 7. März 1825“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6187> (Stand: 7.3.2025)
Ereignisse im Februar 1825 | März 1825 | Mai 1825
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