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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 30. Hirschhorn

Weitere Informationen

Neckarsteinach

Stadtteil · 130 m über NN
Gemeinde Neckarsteinach, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

30 km südöstlich von Heppenheim

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Neckargemünd – Eberbach ("Neckartalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 24.5.1879).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Neckarsteinach – Schönau (b. Heidelberg)("Steinachtalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 21.10.1928) bis zur Stilllegung der Strecke ca. 1980.

Ersterwähnung:

1142

Historische Namensformen:

  • Steinahe (1142) (Gudenus, Sylloge, S. 3-6, Wirtembergisches UB III, Nr. 7a)
  • Steinahe super Neckarum (1225)
  • Nicrum Steinacensis (1325)
  • Steina an den Necker (1328)
  • Steyna am Necker (1354)
  • Necker Steynach (1364)
  • Steinache (1383)
  • Steynach (1393)
  • Neckersteynach (1465)
  • Steynnach (1477)
  • Neckersteinach (1512)
  • Staynnach (1602)
  • Nekhersteinnach (1611)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1377: Ersterwähnung als Stadt

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3488300, 5474632
UTM: 32 U 488229 5472882
WGS84: 49.408506° N, 8.837742° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

431018040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 4216, davon 648 Acker, 217 Wiesen, 3201 Wald
  • 1961 (Hektar): 1089, davon 804 Wald (= 73.83 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1829: 1271 Einwohner
  • 1961: 2811, davon 1866 evangelisch (= 66.38 %), 893 katholisch (= 31.77 %)
  • 1970: 3025 Einwohner

Diagramme:

Neckarsteinach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Fürstbistum Worms, Amt Neckar-Steinach und Fürstbistum Speyer, Amt Grombach (je zur Hälfte)
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Neckar-Steinach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Neckar-Steinach
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Hirschhorn
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Hirschhorn
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim (Umbenennung)
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
  • 1865: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Bergstraße (Umbenennung)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße

Altkreis:

Bergstraße

Gericht:

  • 1821: Landgericht Hirschhorn
  • 1879: Amtsgericht Hirschhorn

Herrschaft:

1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Hirschhorn

1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Hirschhorn

Gemeindeentwicklung:

Für die Gemeindeentwicklung seit Einführung der hessischen Gebietsreform s. Neckarsteinach. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Neckarsteinach.

Besitz

Ortsadel:

von Steinach

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1142: erster Beleg für das Vorhandensein einer Kirche oder Kapelle
  • 1364: ecclesia parochialis

Patrozinien:

  • Cäcilie [1496]

Pfarrzugehörigkeit:

Grein, Darsberg und Langenthal als Filialen

Patronat:

1142: Kirchenlose vom Domstift Worms an Bleikard von Steinach verlehnt

Diakonische Einrichtung:

Röschen, Beschreibung der evangelischen Pfarreien des Großherzogtum Hessen 1900 nennt einen Diakonissenverein mit einer Gemeindediakonisse und einer Kleinkinderschule, für 1928 zwei Krankenschwestern und eine Kleinkinderschule; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1, ein Kindergarten mit 2 Kräften

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Jakob Otther 1527, wirkte bereits seit 1525 als Hausprediger des Junkers Hans Landschad zu Steinach.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1527, 1531 wieder lutherisch.

Seit 1824 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat Wimpfen im Tal, Landkapitel Waibstadt

Juden:

1429 Erwähnung von Judensteuern, im 18. Jahrhundert Judenbad und Synagoge; 1828: 47, 1871: 47, 1900: 44, 1910: 44, 1925: 35 Juden

Kultur

Schulen:

1910 evangelische Volksschule mit vier Klassen, einklassige katholische Volksschule, Schulhaus von 1903

Wirtschaft

Wirtschaft:

Haupterwerbsbereiche sind im Mittelalter die Fischerei und die Schifffahrt, älteste Zünfte die Fischer- und Schifferbruderschaft; in Handwerks- und Gerberbetrieben, im Holzhandel, Leinenbleiche und in Steinbrüchen entstehen weitere Arbeitsplätze; Weinbau bis 1655; um 1956 Betriebe in der Frachtschifffahrt, Lederverarbeitung, Fremdenverkehr

Mühlen:

1429: Schiedsspruch wegen der Walk- und Mahlmühle

1642: Verkauf der Mittelmühle; Lohmühle

1657: vordere und mittlere Mühle

Heinz Reitz (s. Literatur) hat 3 Mühlen verzeichnet: Weißmühle, Lohmühle und Ölmühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Neckarsteinach, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13142> (Stand: 14.4.2025)