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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald

Weitere Informationen

Motzfeld

Ortsteil · 335 m über NN
Gemeinde Friedewald, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung im Bereich der Rhön nordwestlich der Burg Landeck. Kirche in zentraler Lage, der durch den Ort fließende Motzbach mündet südwestlich bei Schenksolz in die Solz. Durch den Ort führt als Hauptachse bogenförmig von Südwest nach Nordwest die K 13 (Rhönstraße) von Schenklengsfeld nach Friedewald.

Ersterwähnung:

(775-786)

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1523, 1579)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1872 und 1905

Älteste Gemarkungskarte:

1706

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3560403, 5635448
UTM: 32 U 560305 5633633
WGS84: 50.851251° N, 9.856684° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632006040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 489, davon 360 Acker (= 73.62 %), 76 Wiesen (= 15.54 %), 1 Holzungen (= 0.20 %)
  • 1961 (Hektar): 513, davon 2 Wald (= 0.39 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 25 Hausgesesse
  • 1585: 25 Hausgesesse
  • um 1610: 25 Hausgesesse
  • 1628: 25 Hausgesesse
  • 1673: 23 Hausgesesse
  • 1747: 46 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1826: 42 steuerpflichtig Häuser mit 221 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 2 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Schenkwirt, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 3 Schäfer, 3 Tagelöhner
  • 1885: 299, davon 299 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 426, davon 345 evangelisch (= 80.99 %), 69 katholisch (= 16.20 %)
  • 1970: 417

Diagramme:

Motzfeld: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 8. Jahrhundert: Reichsabtei Hersfeld, Thüringen
  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1736-1742/3: Kurfürstentum Sachsen, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Die ursprünglichen Herrschaftsrechte gehen auf bereits im 8. Jahrhundert belegten Besitz der Reichsabtei Hersfeld zurück. 1335 haben die von Romrod ein hersfeldisches Burglehens zu Motzfeld. 1394 verpfänden Eberhard und Gopel von Milnrode ihre hersfeldischen Lehengüter in Motzfeld (Güter und Vorwerke) an Konrad von Romrod.

Mit dem Übergang zur Frühen Neuzeit ist Motzfeld ein Dorf des hersfeldischen, später landgräflichen Amts Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg kommt mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1736 bis 1742/3 fällt das Dorf mit dem Amt Landeck im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen für sächsische Ansprüche an Hanau vorübergehend an Kursachsen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Friedewald eingegliedert.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1734/35 Kirche als Saalbau mit dreiseitigem Schluss, Mansarddach und Dachhaubenreiter errichtet, 1978 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1589 versieht Hilmes als Filial von Schenklengsfeld auch Motzfeld, das 1747, 1826 und 1872 Filial von Hilmes ist, 1976 mit dessen Auflösung Filial von Friedewald

Diakonische Einrichtung:

1926 Krankenpflegestation vom Kreisfürsorgeamt eingerichtet mit einer Schwester vom Detschen Landpflegeverband 1926 eine vom Kreis angestellte Diakonisse Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 288; 1933 - 1965 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1826 ist kein Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Motzfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3087> (Stand: 22.6.2026)