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Herzogtum Nassau 1819 – 51. Rüdesheim

Mittelheim

Stadtteil · 96 m über NN
Gemeinde Oestrich-Winkel, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km nordöstlich von Rüdesheim am Rhein

Lage und Verkehrslage:

Langgestreckte Siedlung am Rheinufer in Verbindung mit Oestrich und Winkel.

Bahnhof (Bahnhof Oestrich-Winkel) der Eisenbahnlinie Wiesbaden-Oberlahnstein ("Rheintalbahn") um 1860.

Ersterwähnung:

1292

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Ursprünglich war unter der Bezeichnung Winkel der Siedlungskomplex Mittelheim mitumfasst, dessen neue Bezeichnung sich erst Ende des 13. Jahrhunderts durchsetzt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3429571, 5541178
UTM: 32 U 429524 5539402
WGS84: 50.002766° N, 8.016556° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439012020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 569, davon 126 Acker (= 22.14 %), 8 Wiesen (= 1.41 %), 311 Holzungen (= 54.66 %)
  • 1961 (Hektar): 575, davon 311 Wald (= 54.09 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1525: 62 Herdstellen
  • 1576: 50 Herdstellen
  • 1700: 27 Bürger und 4 Beisassen
  • 1820: 401 Bürger
  • 1885: 442, davon 27 evangelisch (= 6.11 %), 415 katholisch (= 93.89 %)
  • 1961: 1031, davon 195 evangelisch (= 18.91 %), 812 katholisch (= 78.76 %)
  • 1970: 1036

Diagramme:

Mittelheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1604: Kurfürstentum Mainz, Mittelamt Oestrich
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vizedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville und Amtsvogtei Erbach
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Eltville
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VIII (Kreisamt Rüdesheim)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Eltville
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingaukreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Rheingaukreis

Gericht:

  • Von Oestrich bzw. Winkel (etwa 1357) abhängig.
  • 1816: Amt Eltville
  • 1849: Justizamt Eltville
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Eltville
  • 1867: Amtsgericht Eltville
  • 1879: Amtsgericht Rüdesheim am Rhein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1972 zur neugebildeten Stadt Oestrich-Winkel.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1386 trennt Erzbischof Adolf I. von Nassau die Gemeinde Mittelheim von Oestrich ab und regelt Waldnutzung, Bede usw.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Eigenkirche schon im 10. Jahrhundert vorhanden. An dieser Stelle entstand im 2. Viertel des 12. Jahrhunderts die heutige Kirche, die dem Heiligen Ägidius geweiht war.
  • 1284: Pfarrer
  • 1353: Laurentiuskirche (1594 zusammengebrochen)
  • Ab 1720: Erneuerung der Kirche

Patrozinien:

  • Aegidius

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich zu Oestrich oder Winkel gehörig

Patronat:

1284: bestätigt der Propst von St. Moritz in Mainz dem Kloster Gottesthal, das Patronatsrecht seit undenklichen Zeiten zu besitzen; 1330 gesteht der Erzbischof von Mainz dem Kloster die Präsentation zu und behält sich die Einsetzung vor.

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Die Reformation konnte sich im Erzbistum Mainz nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Mainzer Archidiakonat St. Moritz in Mainz

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mittelheim, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10748> (Stand: 2.3.2026)