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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 55. Rotenburg
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Meckbach

Weitere Informationen

Meckbach

Ortsteil · 220 m über NN
Gemeinde Ludwigsau, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,5 km nordöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und geringer Siedlungsdichte am Westrande des Seulingswaldes am gleichnamigen von Südosten in die Fulda mündenden Bach. Kirche und Gerichtsplatz mit Linde in zentraler Lage. Von Meckbach aus führt die K1 (Hauptstraße) nach Westen über die Fulda nach Mecklar und zur B 27.

Ersterwähnung:

1233

Siedlungsentwicklung:

Im Bereich der Gemarkung Meckbach fanden sich Hinweise auf Wüstungen, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten. 1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Hersfeld-Meckbach.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villicatio (1233)
  • villa (1343-1364)
  • Dorf (1361)
  • Dorfschaft (1781)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1898

Älteste Gemarkungskarte:

1756

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3555941, 5642814
UTM: 32 U 555845 5640996
WGS84: 50.917906° N, 9.794455° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632012070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 611, davon 431 Acker (= 70.54 %), 117 Wiesen (= 19.15 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 2178, davon 1564 Wald (= 71.81 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1538: 30 Wohnhäuser
  • 1585: 50 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 74 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1781: 94 steuerpflichtige Häuser mit 420 Menschen; Gewerbetreibende: 43 Ackerleute und Leineweber, 14 Leineweber, 3 Schmiede, 2 Maurer, 1 Wagner, 1 Böttner, 4 Schneider, 1 Schreiner, 2 Müller, 2 Schäfer, 15 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen,
  • 1885: 558, davon 558 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 766, davon 745 evangelisch (= 97.26 %), 21 katholisch (= 2.74 %)
  • 1970: 746

Diagramme:

Meckbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1502: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Obergericht, Gerichtsstuhl Breitenbach
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Obergericht, Gerichtsstuhl Breitenbach
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, dritter Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Petersberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1836: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Oberamt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg I
  • 1837: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Mitte des 14. Jahrhunderts hat das Reichsstift Hersfeld Einkünfte aus Mecklar.

1367 ist ein landgräfliches Erbburglehen zu Friedewald von der Bede im Dorf Meckbach an die von Buchenau ausgetan. 1376 sind Einkünfte u.a. in dem Dorf Meckbach als landgräfliches Burglehen an Heinrich von Rotenburg ausgetan.

1538 gehört das Dorf Meckbach mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrift dem Landgrafen von Hessen, ebenso 1781.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden in die neu gebildete Gemeinde Ludwigsau eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1233 bekennt die Äbtissin Gertrud von Heerse, dass sie einige Güter in Aua (Owa) in der Villikation Meckbach, welche Wigand Marfaldus zu Hersfeld von ihr zu Lehen trug, dem Kloster Blankenheim dergestalt übergeben hat, dass es jährlich an St. Galli 1 Pfund Wachs an sie entrichten soll. 1252 schenkt der Rotenburger Burgmann Helfrich dem Kloster Blankenheim u.a. Pachteinamen in Meckbach. In der Folge kommen weitere Schenkungen und Erwerbungen hinzu, so dass das Kloster wichtiger Grundherr vorort wird.
  • Bis ins 19. Jahrhundert gehören kleinere Erbgüter in Blankenheim zur sogenannten Vogtei Blankenheim, einem landwirtschaftlichen Betrieb.
  • 1361 verkaufen Vertreterinnen des Stiftes zu Heerse an Ritter Heinrich und seine Brüder Guntram d. Älteren, Heimbrod und Hermann zu Baumbach u.a. ihre Gülten und Rechte in den Dörfern Meckbach und Mecklar.
  • Cornberg, KlosterAbt Bertold von Hersfeld bestätigt 1374, dass Heinbrad von Boyneburg mit dem Einverständnis seines Bruders Hermann und seiner Vettern Heinrich und Hermann von Boyneburg seinen Anteil an ihren Einkünften und Renten aus dem Dorf Meckbach dem Kloster Cornberg als Seelgerät gegeben hat.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • ecclesia parochialis (1518)
  • Quadratischer Chorturm und massiver Unterbau des Schiffs mittelalterlich, Turmoberbau und Fachwerkaufbau des Schiffs 1723 neu errichtet.

Patrozinien:

  • Bartholomäus Hauptpatron, Savator, Maria, Laurentius, Cyriakus und Anna (Nebenpatrone) (1518)

Pfarrzugehörigkeit:

1454 und 1518 Pfarrei, 1556, 1585, 1781 und 1872 Filial von Ronshausen, 1891 als Filialgemeinde mit Mecklar verbunden, so auch 1994

Patronat:

Bis 1527 ist das Stift Rotenburg Patron, dann die Landgrafen von Hessen

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Schmidt ca. 1550-1566

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Braach

Kultur

Schulen:

1781 ist kein Schulhaus vorhanden, der Schulmeister bewohnt sein eigenes Haus; 1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1781: 2 Mühlen, Obermühle im Dorf, die Kneipmühle außerhalb. Die Obere Dorfmühle am Nordrand von Meckband wurde mit einem Mahlgang mit dem Wasser des Meck- und des Umbaches über ein oberschlächtiges Wasserrad bis etwa 1920 betrieben.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Meckbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3084> (Stand: 18.9.2025)