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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld

Malkomes

Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld – Philippsthal/Heimboldshausen (Inbetriebnahme der Strecke 27.9.1912) bis zur Stilllegung der Strecke am 1.11.1969.

Ersterwähnung:

1340

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1368)
  • Wüst (1493)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3557740, 5635553
UTM: 32 U 557643 5633738
WGS84: 50.852466° N, 9.818889° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632019070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 165, davon 106 Acker (= 64.24 %), 28 Wiesen (= 16.97 %), 7 Holzungen (= 4.24 %)
  • 1961 (Hektar): 170, davon 7 Wald (= 4.12 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 17 Hausgesesse
  • 1585: 17 Hausgesesse
  • um 1610: 17 Hausgesesse
  • 1628: 17 Hausgesesse
  • 1673: 10 Hausgesesse
  • 1747: 15 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 202, davon 202 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 260, davon 237 evangelisch (= 91.15 %), 16 katholisch (= 6.15 %)
  • 1970: 258

Diagramme:

Malkomes: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

1340 vererben das Kloster St. Petersberg vor Hersfeld sowie auch Friedrich und Tile von Wolfershausen ihr gemeinsames Gut in Malkomes gegen einen jährlichen Zins an Frucht und Geld sowie einen gewissen Dienst an Johann Winener. 1368 verpfänden Abt und Konvent zu Hersfeld dem Propst und dem Konvent in Kreuzberg ihr Schloss Landeck mit Gericht, Vogtei und allen Rechten sowie den ihnen erblich von Simon von Buchenau verschriebenen halben Teil an Malkomes, Schenksolz und Lampertsfeld mit allem Zubehör an Gericht, Dorf, Feld, Holz, Wasser und Weide für 2.000 Gulden.

1493 bekennen Ludwig von Hanstein und der Konvent des Klosters St. Petersberg bei Hersfeld, dass sie das Dorf und die Wüstung Malkomes mit allem Zubehör außer der Mühle und dem dazugehörigen Wiesenland für einen jährlichen Zins dem Einwohner Heinz Tolde daselbst und Konsorten erblich überlassen haben.

Verwaltungstechnisch gehört Malkomes zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Dorf des Klosters Petersberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld.
Kirche und Religion

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1493 wird eine Mühle erwähnt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Malkomes, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3083> (Stand: 24.4.2026)