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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 55. Rotenburg

Weitere Informationen

Lüdersdorf

Stadtteil · 228 m über NN
Gemeinde Bebra, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4 km südöstlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem, ursprünglich fast recheckigem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Lüderbacher Wasser, einem westlichen Zufluss der mittleren Fulda. Kern der Siedlung im Bereich der ehemalige Kirche (Zellerstr. 1). Jüngere Siedlungsentwicklung entlang des Baches (Forst- bzw. Lüderstraße). Am Nordrand verläuft als Hauptverbindungsstraße die K 60 (Dickenrücker Str.) von Rotenburg in Richtung Breitenbach.

Ersterwähnung:

1337

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-Ost.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1881

Älteste Gemarkungskarte:

1757

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3553645, 5647442
UTM: 32 U 553550 5645623
WGS84: 50.959721° N, 9.762489° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632003090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 164, davon 103 Acker (= 62.80 %), 32 Wiesen (= 19.51 %), 2 Holzungen (= 1.22 %)
  • 1961 (Hektar): 854, davon 704 Wald (= 82.44 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1538: 16 Haushaltungen
  • 1585: 20 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 20 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1778: 27 Häuser mit 113 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller und Mühlmeister, 7 Leinweber so auch Ackerleute, 1 Ziegelbrenner, 1 Schneider, 1 Schäfer, 1 Tagelöhner, 1 Hirte
  • 1885: 154, davon 154 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 179, davon 169 evangelisch (= 94.41 %), 10 katholisch (= 5.59 %)
  • 1970: 207

Diagramme:

Lüdersdorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1502: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Obergericht, Gerichtsstuhl Breitenbach
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, dritter Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Rotenburg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Oberamt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg I
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

Seit dem 14. Jahrhundert gelingt es den Landgrafen von Hessen, die Abtei Hersfeld aus ihren herrschaftlichen Rechten in Lüdersdorf zu verdrängen.

1538 gehört Lüdersdorf mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrift dem Landgrafen von Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Bebra eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1337 tauschen Johann von Wolferode und sein Bruder Heinrich mit dem Kloster Blankenheim ein Viertel eines Acker im Feld zu Breitenbach gegen ebensoviel Land an Wiesen in Lüdersdorf dies- und jenseits des Baches. 1356 stiften der Ritter Ludwig von Baumbach und seine Söhne Helmbrecht und Thile dem Kloster ein Seelgerät aus einem Gut in Lüdersdorf. In der Folge kommen weitere Gütereinnahmen hinzu. Mit der Einführung der Reformation fallen die Güter an die Landgrafschaft. 1538 haben die von Riedesel, die Dörnbergischen Junker und die von Baumbach Besitzungen in Lüdersdorf.
  • 1484 bekunden Hans und Urban von Eschwege, dass sie von Abt Wilhelm von Hersfeld einen Hof in Lüdersdorf zu Lehen empfangen haben.
  • Bis ins 19. Jahrhundert gehören kleinere Erbgüter in Lüdersdorf zur sogenannten Vogtei Blankenheim, einem landwirtschaftlichen Betrieb.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Ehemalige Kirche aus dem 16. Jahrhundert im 30jährigen Krieg zerstört, 1828 wiedererrichtet, 1933 renoviert, 1959 Neubau an anderer Stelle

Pfarrzugehörigkeit:

1569, 1585, 1778, 1872 und 1994 Filiale von Breitenbach

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Breitenbach, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Breitenbacher Pfarrer Konrad Nessehen (auch Schwartz gen.) um 1527.

Kultur

Schulen:

Kein eigenes Schulhaus vorhanden

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Landwirtschaft, Leinenweberei und, belegt seit 1474, Töpferei, später auch Ziegelerei

Mühlen:

Oberhalb des Dorfes existierte eine Mühle, auf die 1538 bereits die Nennung am Molnberg hindeuten mag. 1777 wird sie beschrieben als mit oberschlägigem Wasserrad versehen und von einem geringen Bach getrieben, auf der Karte des Kurfürstentums ist sie verzeichnet, um 1900 erfolgte die Stilllegung.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lüdersdorf, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3106> (Stand: 9.7.2025)