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Historisches Ortslexikon

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6318 Lindenfels
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Lindenfels
Historische Karten
Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 27. Erbach
Gerichtsstätten
Lindenfels, Gerichtsstätte

Weitere Informationen

Lindenfels

Stadtteil · 264 m über NN
Gemeinde Lindenfels, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

12 km östlich von Bensheim

Ersterwähnung:

1123

Historische Namensformen:

  • Lindenfels, de (1123) [Gudenus, Sylloge, S. 564-565]
  • Lindenuels (1292)
  • Lyndenfels (1373)
  • Lindinfel (1431)
  • Lindenfels (1437)

Bezeichnung der Siedlung:

  • statt Lindenfels (1336)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3484206, 5505352
UTM: 32 U 484137 5503590
WGS84: 49.68462° N, 8.780094° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

431015040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1350, davon 461 Acker, 157 Wiesen, 685 Wald
  • 1961 (Hektar): 333, davon 167 Wald (= 50.15 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1784: 378 Einwohner
  • 1829: 880 Einwohner
  • 1961: 1947, davon 1266 evangelisch (= 65.02 %), 626 katholisch (= 32.15 %)
  • 1970: 2853 Einwohner

Diagramme:

Lindenfels: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Pfalzbayern, Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Lindenfels, Stadt Lindenfels
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Lindenfels, Stadt Lindenfels
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Lindenfels, Stadt Lindenfels
  • 1812: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Fürth
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Fürth
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Lindenfels (1832 zunächst vorgesehener Kreis Lindenfels vor Inkrafttreten nach Heppenheim verlegt)
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim (Umbenennung)
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Bergstraße (Umbenennung)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße

Altkreis:

Bergstraße

Gericht:

  • 1821: Landgericht Fürth
  • 1879: Amtsgericht Fürth

Herrschaft:

1336 freite Kaiser Ludwig der Bayer auf Bitten der Pfalzgrafen Rudolf und Ruprecht deren Stadt Lindenfels und verleiht ihr einen Wochenmarkt am Montag [Beiträge zur Geschichte der Stadt Lindenfels, S. 40 Nr. 1]

Gemeindeentwicklung:

Für die Gemeindeentwicklung seit Einführung der hessischen Gebietsreform s. Lindenfels. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Lindenfels.

Besitz

Zehntverhältnisse:

1488: hat Kurpfalz 2 Teile des großen und kleinen Zehnten

1568: hat Kurpfalz 2 Teile des großen und kleinen Zehnten, das heiligen Geiststift in Heidelberg den dritten Teil

Ortsadel:

1123 wird Graf Bertold von Lindenfels erwähnt

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1371: erster Beleg für das Vorhandensein einer Kirche oder Kapelle
  • 1463: Pfarrkirche

Patrozinien:

  • Michael; Petrus; Martinus [1371]
  • Petrus (Pfarrkirche); Paulus (Pfarrkirche)

Pfarrzugehörigkeit:

Fürth

In der Reformationszeit Kolmbach, Glattbach, Winkel, Eulsbach, Erlenbach und Seidenbach als Filialen, nach Einführung der Reformation Lindenfels.

Patronat:

1371: Pfalzgrafschaft

Diakonische Einrichtung:

Röschen, Beschreibung der evangelischen Pfarreien des Großherzogtum Hessen nennt für 1900 eine Kleinkinderschule, ein Armen- und kleines Krankenhaus, für 1928 eine Kleinkinderschwester, die auch die Sonntagsschule hält; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 2, ein Kindergarten mit 1 Kraft

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Winter um 1563

Wiederholter Bekenntniswechsel: zunächst vor 1548 lutherisch, ab 1563 unter Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz reformiert, ab 1576 unter Kurfürst Ludwig VI. lutherisch, ab 1583 durch Pfalzgraf Johann Kasimir reformiert.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1625

Reformierter Bekenntniswechsel: 1630er Jahre, seit 1685 religiöse Streitigkeiten. Lange Zeit Personalunion mit der Kirche der Reformierten des unter der Burg gelegenen Dorfes Schlierbach.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat Neuhausen, Landkapitel Weinheim

Juden:

1381: Besteuerung der Juden in Lindenfels

Kultur

Schulen:

1560 Schule vorhanden; 1910 Evangelische Volksschule mit vier Klassen, Katholische Volksschule mit zwei Klassen, zwei Schulhäuser erbaut 1860 und 1901

Wirtschaft

Wirtschaft:

Unbedeutender Ackerbau, aber Viehzucht und Obstanbau als Schwerpunkte der Landwirtschaft; im 19. Jahrhundet Aufbau einer bedeutenden Hartsteinindustrie, Förderung des Tourismus als Luftkurort und Naherholungszentrum

Markt:

1336 verleiht Kaiser Ludwig der Bayer auf Bitten der Pfalzgrafen Rudolf und Ruprecht deren Stadt Lindenfels einen montäglichen Wochenmarkt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lindenfels, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13123> (Stand: 27.3.2026)