Historisches Ortslexikon
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Weitere Informationen
Lichtenhagen
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Ortsteil · 370 m über NN
Gemeinde Knüllwald, Schwalm-Eder-Kreis
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
15 km westnordwestlich von Rotenburg an der Fulda
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Lage und Verkehrslage:
Dorf mit einfachem Grundriss, geringer Siedlungsausdehnung und -dichte am Nordostrand des Knüllgebirges am Breitenbach, einem Zufluss der Beise, einem südlichen Nebenfluss der Fulda. Durch den Ort ohne Kern führt die K 91 (Preußenstraße) als Verbindungsstraße zwischen Rengshausen und Oberbeißheim
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Ersterwähnung:
1353
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Siedlungsentwicklung:
Der Ort fällt im 15./16. Jahrhundert phasenweise wüst
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Historische Namensformen:
- Luchtinhain (1353) [Landgrafen-Regesten online Nr. 3597]
- Lichterhayn, in (Anfang 15. Jahrhundert) [HStAM Bestand S Nr. 574, Bl. 6v]
- Luchenrode (1419) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 49 Nr. 2215]
- Lichtenhain; Lichtenheim (1538) [HStAM Best. S Nr. 533]
- Lichtenhain (1585) [Der ökonomische Staat, S. 88]
- Lichtenhain (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 14]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (1419)
- Wüstung (1538)
- Hof (1585)
- Dorfschaft (1780)
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Umlegung der Flur:
1913
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Älteste Gemarkungskarte:
1758
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3536047, 5653508
UTM: 32 U 535959 5651686
WGS84: 51.015614° N, 9.512625° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
634011050
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 66, davon 39 Acker (= 59.09 %), 15 Wiesen (= 22.73 %), 0,2 Holzungen (= 0.00 %)
- 1961 (Hektar): 75, davon 4 Wald (= 5.33 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1585: 2 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 10 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1780: 13 Häuser mit 53 Menschen; Gewerbetreibende: 5 Ackerleute, 3 Leinweber, 1 Wagner, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Wirt, 2 Tagelöhner
- 1885: 58, davon 58 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 63, davon 63 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- Anfang 15. Jahrhundert: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg
- 1538: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht Rengshausen
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht Rengshausen
- 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
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Altkreis:
Rotenburg
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Gericht:
- 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
- 1834: Justizamt Rotenburg III
- 1837: Justizamt Rotenburg II
- 1867: Amtsgericht Rotenburg
- 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
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Herrschaft:
Bis zur Übernahme durch die Landgrafen im 16. Jahrhundert ist die Herrschaft zwischen Hersfeld und Hessen strittig und das Dorf Lichtenhagen befindet sich in den Händen verschiedener Adliger.
1353 verkaufen die von Löwenstein-Westerburg u.a. das Gericht, den Zehnten und das Vogtgut zu Lichtenhagen an die Landgrafschaft Hessen. 1398 verkauft Wolf von Wolfershausen mit Zustimmung seines Bruders Hans seinen Teil am Gericht Rengshausen, mit dem Zehnten und den dazu gehörenden Dörfern Nenterode, Hausen, Licherode, Lichtenhagen und Nausis für 100 Goldgulden an Landgraf Hermann von Hessen, von dem er es zu Lehen hat. 1419 verkauft Lotze von Waldinsteyn den Wallensteinischen Antheil an dem Gericht zu Rengeshusen mit den zugehörigen Dörfern Lichenrode, Hausen, Nenterode und Lichtenhagen und das Vorwerk zu Nenterode an Heinrich von Holzheim. Im Jahr 1500 wiederum verpfänden die Brüder Wigand und Heinrich von Holzheim ihren Anteil am Gericht Rengshausen mit den Dörfern Nenterode, Hausen, Licherode, Lichtenhagen und Nausis für 200 rheinische Goldgulden an Landgraf Wilhelm von Hessen. Um diese Zeit werden das Gericht und die Orte dem Amt Rotenburg eingegliedert. 1538 gehört die Wüstung (!) Lichtenhagen im Gericht Rengshausen mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrift den Landgrafen von Hessen.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform zunächst mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Rengshausen zusammengeschlossen, die am 01.01.1974 in der Gemeinde Knüllwald aufging. Seitdem ist Lichtenhagen Ortsteil der Gemeinde Knüllwald.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Keine Kirche vorhanden
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Pfarrzugehörigkeit:
Offenbar stets nach Rengshausen eingepfarrt, so 1780, 1872 und 1994
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
- Kultur ↑
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Schulen:
1780 gehen die Kinder nach Rengshausen zur Schule
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mühlen:
Keine Mühle vorhanden
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Lichtenhagen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4937> (Stand: 29.9.2025)

