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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald

Weitere Informationen

Lautenhausen

Ortsteil · 335 m über NN
Gemeinde Friedewald, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12 km östlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Gehöftanordnung am Stärkelsbach, einem linken Zufluss der Werra, unterhalb des Dreienbergs. Kirche in zentraler Lage, als Hauptachse durchquert die K 12 (Dorfstraße) den Ort in S-N-Richtung. Im Nordosten verläuft die B 62

Ersterwähnung:

1279

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1329)
  • Dorf (1553)
  • Dorfschaft (1673, 1768)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1877/78

Älteste Gemarkungskarte:

1709

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3562246, 5637532
UTM: 32 U 562147 5635716
WGS84: 50.869787° N, 9.883206° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632006030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 381, davon 273 Acker (= 71.65 %), 67 Wiesen (= 17.59 %), 8 Holzungen (= 2.10 %)
  • 1961 (Hektar): 364, davon 15 Wald (= 4.12 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1553: 12 Haushaltungen
  • 1585: 20 Haushaltungen mit Neuenrodt (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 30 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1768: 31 steuerpflichtige Häuser mit 185 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Müller 1 Schmied, 1 Wagner, 28 Leinweber, die übrigen sind Leinweber, die ihr eigen Tuch machen und sich vom Ackerbau und ihrem Geschirr nähren
  • 1885: 234, davon 234 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 263, davon 214 evangelisch (= 81.37 %), 43 katholisch (= 16.35 %)
  • 1970: 259

Diagramme:

Lautenhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gerichtsstuhl Friedewald
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1867: Amtsgericht Friedewald
  • 1879: Amtsgericht Friedewald
  • vor 1945: Amtsgericht Friedewald
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Lautenhausen befand sich an der Außengrenze des hersfeldischen Amtes Landeck zum hessischen Amt Friedewald. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Um 1495 machen die Hessischen Amtleute aus Friedewald Rechte u.a. am Dorf Lautenhausen geltend. 1553 gehört das Dorf mit aller Obrigkait, Gericht, Gepott und Verbott, Dienst und Schaafdrifft dem Landgrafen von Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Friedewald eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1279 hat das Kloster Creuzberg Einkünfte in Lautenhausen.
  • 1329 bekennen Abt Ludwig, Dekan Meinhard und der Konvent in Hersfeld, dass sie auf Bitten ihrer Burgmänner, der Brüder Ludwig und Albrecht von Krayenberg (Creyginberg), ihre sämtlichen vom Stift Hersfeld zu Lehen gehenden Güter u.a. im Dorf Lautenhausen den Nonnen in Kreuzberg übereignet haben. Abt Albrecht von Hersfeld bekundet 1434, dass Rörich von Buchenau mit seiner Zustimmung drei Güter in Lautenhausen an Hans Witzell, Bürger in Vacha, verkauft hat.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1686 errichtete Kapelle 1962 abgebrochen und an dieser Stelle Kirche 1964 erbaut

Pfarrzugehörigkeit:

1747, 1768, 1872 und 1994 nach Friedewald eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1768 ist kein Schulhaus vorhanden, der Schulmeister wohnt im Gemeinen Hirtenhaus

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1768 werden zwei Mühlen unter der Dorfschaft Lautenhausen aufgeführt: die Stärkelsmühle und die Röhlingsmühle. Letztere gehört 1768 zu Lautenhausen in die Gemarkung Hillartshausen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lautenhausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3263> (Stand: 18.6.2026)