Historisches Ortslexikon
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald
- Gerichtsstätten
- Gerichtsplatz in Ausbach
Weitere Informationen
Ausbach
-
Ortsteil · 300 m über NN
Gemeinde Hohenroda, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
-
Lagebezug:
14,5 km südöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am gleichnamigen Bachzulauf zur Werra. In zentraler Lage Kirche mit erhöht davor liegendem ummauertem Gerichtsplatz und Linde. Durch den Ort führt als Hauptachse in S-N -Richtung die Ransbacher bzw. Friedewalder Straße (K12), von der, in der Mitte abknickend parallel zum Bach, die Ausbacher Str. (K11) zur L 3172 führt.
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Ersterwähnung:
1330
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Weitere Namen:
- Vor dem Kirchhof liegt der eckige, erhöhte und ummauerte Gerichtsplatz mit einer mächtigen älteren Linde
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Historische Namensformen:
- Uspach (1330) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 523]
- Usbach (1361) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 605]
- Ůsbach (1401) [Schreibweise im Archivregest: Vosbach HStAM Best. Urk. 13 Nr. 1784]
- Ußpach (nach 1414) [Landgrafen-Regesten online Nr. 2763]
- Ußbach, zu (1495) [HStAM Best. K Nr. 246, Bl. 5]
- Uspach (1553) [HStAM S Nr. 318 (Friedewalder Salbuch), Bl. 49]
- Außbach (1585) [Der ökonomische Staat Landgraf Wilhelms IV., S. 80]
- Ausbach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. ]
- Ausbach (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (1401)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Umlegung der Flur:
1906
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Älteste Gemarkungskarte:
1709
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3564302, 5634717
UTM: 32 U 564202 5632903
WGS84: 50.844261° N, 9.911915° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632010010
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 457, davon 337 Acker (= 73.74 %), 45 Wiesen (= 9.85 %), 11 Holzungen (= 2.41 %)
- 1961 (Hektar): 461, davon 13 Wald (= 2.82 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1585: 50 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 41 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1826: 51 steuerpflichtige Häuser mit 228 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Mahlmüller, 1 Wirt, 1 Schneider, 2 Schmiede, 2 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Dachdecker, 3 Schuhmacher und Schuhflicker, 2 Drechsler, 1 Küfer, 2 Schäfer und 1 Spinner
- 1885: 402, davon 402 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 835, davon 750 evangelisch (= 89.82 %), 76 katholisch (= 9.10 %)
- 1970: 859
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1401: Landgrafschaft Hessen, Gericht Friedewald
- 1492: Landgrafschaft Hessen, Gericht Ausbach
- 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gerichtsstuhl Friedewald
- 1736: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Amt Landeck, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfel
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
1330 verkaufen die Brüder Ludwig und Albrecht von Krayenberg sowie Ludwigs Frau Sophie dem Kloster Kreuzberg u.a. Einkünfte in Ausbach. 1361 verpfändet Berthold von Buttlar Einkommen aus seinem Gut in Ausbach an Klosterfrauen in Kreuzberg. 1401 haben Eberhard von Buchenau und sein Sohn Eberhard von Landgraf Hermann von Hessen das Schloss Friedewald sowie die Dörfer und Wüstungen Ausbach, Herfa, Wundorf, Riffelderode und Weißenborn zu Lehen erhalten.
Bereits im 15. Jahrhundert ging der Einfluss der Abtei Hersfeld auf den vom Schloss Friedewald aus verwalteten Amtsbezirk zurück. Um 1414 hat Eberhard von Altenburg als Burglehen ein Burglehen auf dem Schloß Friedewald und als Mannlehen alles, was er um Friedewald herum liegen hat, wie es seine Eltern auf ihn gebracht haben, dazu das halbe Dorf Ausbach mit Zubehör. Im 16. Jahrhundert fiel das Amt ganz an die Landgrafschaft Hessen, 1553 ist Ausbach mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrifft landgräflich. 1736 wird Ausbach im Tausch gegen Heimboldshausen aus dem Amt Friedewald genommen und dem Amt Landeck zugeschlagen.
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.2.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Hohenroda eingegliedert.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- 1730 Kirche als Saalbau mit Mansarddach an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet, 1826 noch in gutem Zustand, 1910 renoviert
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Pfarrzugehörigkeit:
1826 ist Neurode hierhin eingepfarrt, 1872 und 1994 ist Ausbach Filialort von Ransbach
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Bekenntniswechsel:
Erster evangelischer Pfarrer: Johann Koch ca. 1556-1565
- Kultur ↑
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Schulen:
1826 ist ein Schulhaus vorhanden
1910 Volksschule mit zwei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mühlen:
1553 befindet sich eine Mühle oberhalb des Dorfes.
1826 befindet sich die Ausbacher Mühle oben im Dorf (Dorfplatz 7) und wird von einigen unter dem Landecker Berg entspringenden und über dem Dorf zusammenkommenden Brunnenquellen zuweilen und nur bei nasser Witterum betrieben. Der Antrieb der Mahlmühle erfolgt über ein Oberschlächtiges Wasserrad und wird Ende des 19. Jahrhunderts eingestellt.
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld, bes. S. 158-163 (Kirche) und 210-223 (Katastervorbeschreibung)
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 229 (Register)
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 100
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 310 (Register)
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 420-424
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 24
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 483
- Zitierweise ↑
- „Ausbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3266> (Stand: 21.5.2026)

