Historisches Ortslexikon
- Messtischblatt
- 5223 Queck
- Moderne Karten
- Kartenangebot der Landesvermessung
- Topografische Karten
- KDR 100, TK25 1900 ff.
- Historische Karten
- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 75. Breitenbach
- Gerichtsstätten
- Lindenplatz in Kruspis
Weitere Informationen
Kruspis
-
Ortsteil · 300 m über NN
Gemeinde Haunetal, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
-
Ortstyp:
Dorf
-
Lagebezug:
11,5 km südlich von Bad Hersfeld
-
Lage und Verkehrslage:
Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem, regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Rhinabach, einem westlichen Zufluss der Haune. Kirche mit Ummauerung am Ostrand, westlich davon Gerichtsplatz mit Linde. Hauptachse ist die den Ort in W-O-Richtung durchziehende, an der Kirche im rechten Winkel nach Nordosten abknickende K 25 (Birkenstraße), die in Holzheim auf die L 3431 stößt.
-
Ersterwähnung:
1216
-
Historische Namensformen:
- Cruspin, de (1216) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 18]
- Cruspins (1363) [HStAM Best. K Nr. 248, S. 20]
- Cruspan, zume (1366) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 481]
- Cruspis (1436) [Zitat nach Neuber, Haunetal, S. 63 Anm. 112 (S. 231)]
- Cruspans (1464/65) [F.J. Bendel, Die Würzburger Diözesanmatrikel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, 2 H. 2, 1934, S. I-XXX, 1-46, hier S. 17 (Digitalisat]
- Cruspis (1494) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 290]
- Krippusch (1494) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1225]
- Crauspers (1534) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 290]
- Cruppes (1551) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1538]
- Crauspis (1580-1590) [HStAM Best. S Nr. 446 a]
- Krauspis (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Cruspis (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Cruspis (1773) [Best. HStAM, 49 d, Hersfeld Nr. 273]
-
Bezeichnung der Siedlung:
- Dörflein (1580-1590)
- Dorf, Dorfschaft (1773)
-
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Umlegung der Flur:
1959
-
Älteste Gemarkungskarte:
1770/71
-
Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3546422, 5626495
UTM: 32 U 546329 5624684
WGS84: 50.772065° N, 9.657035° O OpenLayers - Statistik ↑
-
Ortskennziffer:
632008030
-
Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 241, davon 112 Acker (= 46.47 %), 17 Wiesen (= 7.05 %), 95 Holzungen (= 39.42 %)
- 1961 (Hektar): 241, davon 69 Wald (= 28.63 %)
-
Einwohnerstatistik:
- (1580-1590): 20 Hausgesesse
- 1747: 21 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1773: 21 steuerpflichtige Häuser mit 113 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Zimmerleute, von denen einer auch Ackermann, der zweite auch tagelohnt, 1 Schneider, 1 Müller, 3 Leinweber, so auch tagelohnen, 13 Leinweber so auch Ackerleute und nur ihr eigen Tuch machen, 1 so bloß Ackerbau treibt und 4 so tagelohnen
- 1885: 168, davon 167 evangelisch (= 99.40 %), 1 katholisch (= 0.60 %)
- 1961: 134, davon 116 evangelisch (= 86.57 %), 16 katholisch (= 11.94 %)
- 1970: 133
-
Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
-
Verwaltungsbezirk:
- (1450): Herrschaft Holzheim der Herren von Romrod (Hersfelder Lehen)
- 1534: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Hauneck
- 1583-1586: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Landeck
- 1650: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld Amt Hauneck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
-
Altkreis:
Hersfeld
-
Gericht:
- vor 1822: Amt Hauneck
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
-
Herrschaft:
Im Spätmittelalter ist Kruspis Hersfelder Besitz und als Lehen u.a. an die von Hattenbach und die von Romrod ausgetan. Im 15. Jahrhundert beginnen die Landgrafen von Hessen, in das Haunegebiet vorzudringen und Rechte der Abtei Hersfeld an sich zu bringen. 1436 regelt der Landgraf von Hessen in Kruspis die Verhältnisse der dortigen Klause. 1490 empfing Ludwig von Hattenbach für sich und seine Brüder ein Vorwerk bei Kruspis als fuldisches Lehen.
1533 geben die von Romrod an, die Obrigkeit über das Dorf und die Kirche seit Menschengedenken als Mannlehen vom Stift Hersfeld zu besitzen. Von landgräflicher Seite wird dies bestritten. (1589-90) heißt es wiederum, dass das Dörflein nicht zum Amt Landeck gehöre, die Landesherrschaft und die Steuerhoheit jedoch beim Landgrafen liegen. Die Lehnsherrschaft sowie der Zins auf den Gütern gehören der Kirche und dem Pfarrer. Mit dem Übergang des des Reichsabtei Hersfeld an Hessen 1651 sind die Verhältnisse endgültig geklärt.
-
Gemeindeentwicklung:
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.
- Besitz ↑
-
Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Kloster Hersfeld.
- Landgrafschaft Hessen.
- 1366 veräußert Johann Papst (Pontifex) von seinem Gut bei Kruspis, genannt das Jägergut, an Hedwig von Süß (Suße) und ihre Kinder gegen jährliche Einkünfte.
-
Ortsadel:
1216, 1302
- Kirche und Religion ↑
-
Ortskirchen:
- pontifex (1366)
- Kirche (1421)
- Pfarrei (1464/65)
- 1817 auf der Grundlage einer älteren Kirche in Form eines griechischen Kreuzes errichtet, 1862 restauriert
-
Patrozinien:
- Maria (1483)
- Sebastian (1484) [Altar]
-
Pfarrzugehörigkeit:
1589 sind Holzheim und Stärklos eingepfarrt, 1611, 1773 und 1872 auch Oberstoppel mit Unterstoppel. 1976 wird das Kirchspiel Kruspis aufgehoben und in das Kirchspiel Neukirchen als Vikariatsgemeinde eingegliedert
-
Patronat:
Zunächst haben es die von Romrod als Hersfelder Lehen, ab dem 16. Jahrhundert landgräflich
-
Klöster:
- Klause: Klausnerinnen, 1436-1494 nachweisbar (Dersch, Klosterbuch Nachdr., S. 104).
-
Beginen:
Von 1436 bis 1494 sind Klausnerinnen in Kruspis nachweisbar.
-
Bekenntniswechsel:
Erster evangelischer Pfarrer: Johann Zoll 1525 bis nach 1569, seit ca. 1527 evangelisch
-
Kirchliche Mittelbehörden:
1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa
- Kultur ↑
-
Schulen:
1773 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Schulmeister wohnt
1910 einklassige Volksschule
-
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
-
Mühlen:
1773 ist eine Mahlmühle mit einem oberschägigen Wasserrad vorhanden
- Nachweise ↑
-
Literatur:
- Neuber, Haunetal, bes. S. 63, 85-87 und 146-150
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 317-319
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 290
- Dersch, Klosterbuch Nachdr., S. 104
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 516
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 499-501
- Zitierweise ↑
- „Kruspis, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3260> (Stand: 26.6.2026)

