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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 75. Breitenbach
Gerichtsstätten
Lindenplatz in Kruspis

Weitere Informationen

Kruspis

Ortsteil · 300 m über NN
Gemeinde Haunetal, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km südlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem, regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Rhinabach, einem westlichen Zufluss der Haune. Kirche mit Ummauerung am Ostrand, westlich davon Gerichtsplatz mit Linde. Hauptachse ist die den Ort in W-O-Richtung durchziehende, an der Kirche im rechten Winkel nach Nordosten abknickende K 25 (Birkenstraße), die in Holzheim auf die L 3431 stößt.

Ersterwähnung:

1216

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dörflein (1580-1590)
  • Dorf, Dorfschaft (1773)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1959

Älteste Gemarkungskarte:

1770/71

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3546422, 5626495
UTM: 32 U 546329 5624684
WGS84: 50.772065° N, 9.657035° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632008030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 241, davon 112 Acker (= 46.47 %), 17 Wiesen (= 7.05 %), 95 Holzungen (= 39.42 %)
  • 1961 (Hektar): 241, davon 69 Wald (= 28.63 %)

Einwohnerstatistik:

  • (1580-1590): 20 Hausgesesse
  • 1747: 21 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1773: 21 steuerpflichtige Häuser mit 113 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Zimmerleute, von denen einer auch Ackermann, der zweite auch tagelohnt, 1 Schneider, 1 Müller, 3 Leinweber, so auch tagelohnen, 13 Leinweber so auch Ackerleute und nur ihr eigen Tuch machen, 1 so bloß Ackerbau treibt und 4 so tagelohnen
  • 1885: 168, davon 167 evangelisch (= 99.40 %), 1 katholisch (= 0.60 %)
  • 1961: 134, davon 116 evangelisch (= 86.57 %), 16 katholisch (= 11.94 %)
  • 1970: 133

Diagramme:

Kruspis: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • (1450): Herrschaft Holzheim der Herren von Romrod (Hersfelder Lehen)
  • 1534: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Hauneck
  • 1583-1586: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Landeck
  • 1650: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld Amt Hauneck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Hauneck
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Im Spätmittelalter ist Kruspis Hersfelder Besitz und als Lehen u.a. an die von Hattenbach und die von Romrod ausgetan. Im 15. Jahrhundert beginnen die Landgrafen von Hessen, in das Haunegebiet vorzudringen und Rechte der Abtei Hersfeld an sich zu bringen. 1436 regelt der Landgraf von Hessen in Kruspis die Verhältnisse der dortigen Klause. 1490 empfing Ludwig von Hattenbach für sich und seine Brüder ein Vorwerk bei Kruspis als fuldisches Lehen.

1533 geben die von Romrod an, die Obrigkeit über das Dorf und die Kirche seit Menschengedenken als Mannlehen vom Stift Hersfeld zu besitzen. Von landgräflicher Seite wird dies bestritten. (1589-90) heißt es wiederum, dass das Dörflein nicht zum Amt Landeck gehöre, die Landesherrschaft und die Steuerhoheit jedoch beim Landgrafen liegen. Die Lehnsherrschaft sowie der Zins auf den Gütern gehören der Kirche und dem Pfarrer. Mit dem Übergang des des Reichsabtei Hersfeld an Hessen 1651 sind die Verhältnisse endgültig geklärt.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld.
  • Landgrafschaft Hessen.
  • 1366 veräußert Johann Papst (Pontifex) von seinem Gut bei Kruspis, genannt das Jägergut, an Hedwig von Süß (Suße) und ihre Kinder gegen jährliche Einkünfte.

Ortsadel:

1216, 1302

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • pontifex (1366)
  • Kirche (1421)
  • Pfarrei (1464/65)
  • 1817 auf der Grundlage einer älteren Kirche in Form eines griechischen Kreuzes errichtet, 1862 restauriert

Patrozinien:

  • Maria (1483)
  • Sebastian (1484) [Altar]

Pfarrzugehörigkeit:

1589 sind Holzheim und Stärklos eingepfarrt, 1611, 1773 und 1872 auch Oberstoppel mit Unterstoppel. 1976 wird das Kirchspiel Kruspis aufgehoben und in das Kirchspiel Neukirchen als Vikariatsgemeinde eingegliedert

Patronat:

Zunächst haben es die von Romrod als Hersfelder Lehen, ab dem 16. Jahrhundert landgräflich

Klöster:

Beginen:

Von 1436 bis 1494 sind Klausnerinnen in Kruspis nachweisbar.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Zoll 1525 bis nach 1569, seit ca. 1527 evangelisch

Kirchliche Mittelbehörden:

1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa

Kultur

Schulen:

1773 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Schulmeister wohnt

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1773 ist eine Mahlmühle mit einem oberschägigen Wasserrad vorhanden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kruspis, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3260> (Stand: 26.6.2026)