Historisches Ortslexikon
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
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Weitere Informationen
Konrode
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Ortsteil · 325 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
11 km südöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Südwestlich an Schenklengsfeld anschließendes Dorf mit lockerer Gehöftanordnung, durch das der in die Solz mündende Ringbach fließt. Hauptverkehrsachse ist die im weiteren Verlauf nach Nordwesten abbiegende Konroder Straße (L 3341 ), von der in jüngerer Zeit eine Verbindung nach Südwesten Richtung Landershausen abzweigt (K 18)
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Vorbemerkung Historische Namensformen:
Die Zuordnung des Belegs von 1122 aus der Überlieferung des Klosters Hasungen ist nicht gesichert. Dobenecker hielt "Cornede", wo Hasungen 1122 eine Hufe an Mainz überließ, für Konrode (Dobenecker, Regesta 1, Nr. 1165).
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Historische Namensformen:
- Cornede, in (1122) [UB Mainz 1, S. 405-406, Nr. 503]
- Conrade, prope (1257) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 66]
- Cunrode (1292) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 139]
- Conrade, in (1355) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 573]
- Conerode (1482) [Hersfelder Mannbuch HStAM Best. L Nr. 31]
- Cunradt (1494) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1244]
- Cunroder Aue (1505)
- Conrode (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Conrode (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Conrode [Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861]
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Bezeichnung der Siedlung:
- villula (1292)
- Dorfschaft, Dorf (1826)
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Umlegung der Flur:
1901, 1937-1941
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Älteste Gemarkungskarte:
1706
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3558569, 5631555
UTM: 32 U 558471 5629742
WGS84: 50.816448° N, 9.830022° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632019040
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 342, davon 266 Acker (= 77.78 %), 52 Wiesen (= 15.20 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 343, davon 0 Wald
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Einwohnerstatistik:
- 1505: wohl wüst ("Cunroder Aue")
- 1571: 14 Hausgesesse
- 1585: 14 Hausgesesse (Der ökonomische Staat)
- um 1610: 14 Hausgesesse
- 1628: 14 Hausgesesse
- 1673: 14 Hausgesesse
- 1747: 26 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1826: 18 steuerpflichtige Häuser mit 116 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schäfer, 1 Taglöhner und 1 Spinner
- 1885: 153, davon 153 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 229, davon 194 evangelisch (= 84.72 %), 35 katholisch (= 15.28 %)
- 1970: 259
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- vor 1822: Amt Landeck
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
1122 erhält der Mainzer Erzbischof Adalbert I. im Tausch mit dem Abt Baro von Hasungen eine Hufe in Konrode gegen eine Hufe in Lohne. Die Pröpste der Klöster Memleben, Göllingen, St. Walpurgisberg [Arnstadt], Frauensee und Kreuzberg bekunden 1257, dass der Bürger Kraft von Hersfeld für sich und seine Erben mit Zustimmung des Konvents von Hersfeld ein Allod des Abts von Hersfeld bei Konrode und die Gumpertsmühle (molendinum quod dicitur Gumperti) an der Fulda beim St. Johannestor für 50 Mark Silber auf Wiederkauf erworben hat. 1292 verzichtet Werner von Reichenbach im Streit mit dem Abt von Hersfeld auf seine Rechte u.a. in Konrode und erhält dafür von Abt und Kloster andere Güter. 1355 gehören Einnahmen in Konrode dem Kloster Kreuzberg.
1494 verkauft Engelhard von Buchenau für 2.000 Gulden verschiedene Dörfer, Wälder und Wüstungen, u.a. Konrode, an Landgraf Wilhelm von Hessen.
Das Dorf gehörte zum hersfeldischen Amt Landeck. Die Herrschaft im Amt Landeck ist zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1736 bis 1742 fiel es vorübergehend an Kursachsen.
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
- Kirche und Religion ↑
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Pfarrzugehörigkeit:
1747, 1826, 1872 und 1994 eingepfarrt nach Schenklengsfeld
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
- Kultur ↑
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Schulen:
1826 gehen die Kinder nach Schenklengsfeld zur Schule
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 930-933
- Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 316 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 80 (Cornede) u. 286 (Konrode)
- Zitierweise ↑
- „Konrode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3259> (Stand: 17.4.2026)

