Historisches Ortslexikon
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- 5124 Bad Hersfeld
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Kohlhausen
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Stadtteil · 205 m über NN
Gemeinde Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
5,5 km südwestlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Dorf mit einfachem regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte westlich unterhalb des Johannesberges am rechten Ufer der Fulda. Im alten Ortskern (Oberdorf) fünf größere drei- bzw. vierseitige Hofanlagen. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Süden und Nordosten. Über die K 28 ist Kohlhausen mit der im Südwesten am Dorf über die Fulda vorbeiführenden L 3431 verbunden.
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Ersterwähnung:
1362
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Historische Namensformen:
- Collhusyn, tzu (1362) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 444]
- Kolhusen (1392) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 52]
- Colhußen, zcu (1461) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1074]
- Colhusen (1535) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1461]
- Kohlhausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Kohlhausen (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Umlegung der Flur:
1910
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Älteste Gemarkungskarte:
1724
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3548027, 5633185
UTM: 32 U 547934 5631371
WGS84: 50.832068° N, 9.68066° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632002070
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 154, davon 82 Acker (= 53.25 %), 36 Wiesen (= 23.38 %), 9 Holzungen (= 5.84 %)
- 1961 (Hektar): 151, davon 16 Wald (= 10.60 %)
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Einwohnerstatistik:
- Um 1610: 10 Hausgesesse
- 1628: 10 Hausgesesse
- 1673: 7 Hausgesesse
- 1747: 13 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- Um 1760: 20 Feuerstätten
- 1885: 162, davon 162 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 259, davon 215 evangelisch (= 83.01 %), 32 katholisch (= 12.36 %)
- 1970: 275
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1435: Reichsabtei Hersfeld, Propstei Johannesberg
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt/Gericht Johannesberg
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt/Gericht Johannesberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt/Gericht Johannesberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1850: Justizamt Hersfeld I
- 1867: Amtsgericht Hersfeld
- 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Kohlhausen formal unter hersfeldischer Herrschaft. Der Propstei Johannesberg gelingt im 15. Jahrhundert durch den Erwerb von Bannrechten die Ausbildung eines eigenen Gerichts- bzw. Verwaltungsbezirks, zu dem neben den Höfen auf dem Johannesberg die Dörfer Ober- und Unterhaun, Hilperhausen und Kohlhausen gehören. Die Gerichtsbarkeit ist dem Johannesberg zugeordnet. Die Strukturen bleiben nach dem Übergang an Hessen erhalten.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 als Stadtteil der Stadtgemeinde Bad Hersfeld eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Kloster Hersfeld1362 veräußert Werner Fischer unter Zustimmung des Abtes von Hersfeld ein Gut in Kohlhausen zu gleichen Teilen an Hermann von Kohlhausen und den Sohn Hermann Lutemanns.
- 1392 bekennt Abt Reinhard von Hersfeld als Provisor des Kloster St. Johannesberg, dass Hermann Kappus und seine Frau dem genannten Kloster zu einem Seelgerät ein Haus mit Hof und Garten in Kohlhausen vermacht haben, sie und ihr Sohn Volpert aber zu Lebzeiten den Nutzen daraus weiterhin haben sollen, wogegen sie dem Kloster die jährlichen Dienste und Gefälle daraus entrichten wollen.
- 1461 verpfändet der Abt von Hersfeld eine Getreiderente von einem Vorwerk und Gütern in Kohlhausen an Johann Flugus und dessen Ehefrau Katharina.
- 1535 überträgt der Abt von Hersfeld dem Heinrich Brandam, dessen Ehefrau Margarete und ihren Kindern zeitlebens eine Hofstätte mit Zubehör auf der Allmende von Kohlhausen gegen Zahlung im Einzelnen aufgeführter jährlicher Abgaben.
- Kirche und Religion ↑
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Pfarrzugehörigkeit:
1872 nach Kerspenhausen eingepfarrt, 1985 der neu gegründeten Pfarrei Asbach eingegliedert
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
- Kultur ↑
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Schulen:
1910 einklassige Volksschule
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3, Stadt Bad Hersfeld, S. 393-399
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 316 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 285
- Zitierweise ↑
- „Kohlhausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3258> (Stand: 2.12.2025)

